Früher wurde Werwölfe in Schule oder Pfadfinderlager gespielt, doch mit der Corona-Pandemie haben sich Social Deduction-Spiele wieder ins Rampenlicht gestohlen. Ob digital mit Among Us oder analog mit Abgrundtief oder Feed the Kraken. Social Deduction ist wieder salonfähig. Welche Neuheiten des Genres erwarten uns auf der SPIEL ’22?
Alle Artikel zur SPIEL ’22:
Deal with the Devil (2022)
Das neue Spiel des Autors von Die Alchemisten Matúš Kotry wird mit großer Spannung erwartet. Wieder mit einem mittelalterlichen, leicht fantastischen Thema ausgestattet, treten vier Spielende in Deal with the Devil gegeneinander an. Eine spannende Mischung aus Social Deduction und Eurogame mit asymmetrischen Rollen. Die Spielenden schlüpfen in die Rollen von Baumeister*innen und versuchen sich durch geschicktes Ressourcenmanagement an die Spitze einer unbenannten Stadt des Mittelalters zu hieven. Es ist möglich die Rolle von Sterblichen, Kultist*innen oder gar des Teufels selbst zu erhalten. In einer geheimen Tauschphase bieten die Spielenden sich gegenseitig ihre Güter feil. Der Teufel verlangt möglicherweise nur einen Teil eurer Seele dafür.
Eine App sorgt dafür, dass niemand weiß, mit wem die Person gerade einen Handel getätigt hat. Dabei kann es durchaus passieren, dass man durch zu viel Reichtum die unwillkommene Aufmerksamkeit der anderen auf sich zieht. Oder wenn man zu gierig spielt und dem Teufel zu viel der eigenen Seele opfert, wartet schon die Inquisition …

Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Matúš Kotry
- Verlag: HeidelBÄR Games, Czech Games Edition
- Spieler*innen-Anzahl: 4
- Alter: 14+
- Spieldauer: 120 bis 150 Minuten
- Preis: ca. 65 EUR
- Verfügbarkeit: Aktuell vorbestellbar auf der Verlagshomepage
- Spielregeln: aktuell nicht verfügbar
- Stand: Halle 1 1D139 und Halle 1 1C121
Among Cultists (2023)
Noch ist nicht viel bekannt, aber dennoch wird Among Cultists mit großer Spannung erwartet. Angekündigt wurde das Spiel als neue Social Deduction-Erfahrung inspiriert durch Among Us von Innersloth. Das Godot Games Spiele mit versteckten Rollen beherrschen, haben sie mit Human Punishment und Human Punishment: The Beginning eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Doch außer des Namens und des Boxcovers und generellen Artworks ist bisher noch nicht viel über das Spiel bekannt. Erste Betatester*innen wurden gebeten, gewisse Mechaniken noch nicht preiszugeben. Rein geschichtlich versuchen vier bis acht Personen als Mitglieder der Geheimorganisation M die Ankunft eines Großen Alten in der Miskatonic Universität zu verhindern. Doch es gibt böse Kultist*innen, die genau dies doch wollen.

Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Stefan Godot
- Verlag: Godot Games
- Spieler*innen-Anzahl: 4 5 6 7 8
- Alter: 12+
- Spieldauer: 45- 90 Minuten
- Verfügbarkeit: Prototyp auf der Messe, Vorbereitungen auf den Kickstarter laufen
- Spielregeln: aktuell nicht verfügbar
- Stand: Halle 5 5D118
Stationfall (2022)
Wenn uns Social Deduction-Spiele (egal ob digital oder analog) eines gelehrt haben: Befindest du dich auf einer Raumstation mit anderen Menschen, Wesen, Robotern oder was auch immer: Vertraue niemanden. So auch bei Stationfall von Designer Matt Eklund. Die Raumstation, auf der sich die Spielenden befinden, ist dabei beim Eintritt in die Atmosphäre zu zerschellen. Nun liegt es an den Spielenden, ob dies passiert oder man eine andere Agenda verfolgt. Je nach Personenzahl sind unterschiedlich viele Charaktere im Spiel und nur wenige werden von den Spielenden selbst verkörpert. Durch die geheimen Identitätskarten weiß niemand, wer der aktiven Spieler*innen welchen Charakter verkörpert. Und alle Charaktere haben ein eigenes Spielziel.
Durch den cleveren Mechanismus sich Charaktere zu Mitverschwörenden zu machen und das Spiel mit Automa-Bots sogar Solo spielen zu können, verspricht Stationfall einen etwas anderen Ansatz als andere Social Deduction-Spiele und ist allein dadurch einen Blick wert.

Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Matt Eklund
- Verlag: Ion Game Design
- Spieler*innen-Anzahl: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
- Alter: 12+
- Spieldauer: 90 bis 120 Minuten
- Preis: ca. 65 EUR
- Verfügbarkeit: Bestellbar über den Verlag und im Fachhandel
- Spielregeln: Per Dropbox vom Verlag bereitgestellt
- Stand: Halle 6 6D107
Heaven, here I come (2021)
Ihr seid gestorben. Und nun steht ihr vor der Himmelspforte. Ein großer, sehr adrett gekleideter Mann begrüßt euch und heißt euch willkommen. Doch leider sind in letzter Zeit sehr viele Menschen gestorben und daher ist der Himmel voll. Die Spielenden müssen nun also entscheiden, wer von ihnen in das Himmelsreich einziehen darf.
Heaven, here I come hat einen sehr interessanten Ansatz für ein Social Deduction-Spiel. Die Spielenden wissen zu Beginn nämlich nicht, ob sie dem Team der Sünde oder dem Team der Sündenböcke angehören. Durch die ausgeteilten Karten erfahren die Spielenden, welche Sünde sie im Leben begangen haben. Alle erhalten exakt eine Karte, sehen sich diese an und legen sie nun links neben sich. Haben dies alle getan, schauen sie sich nun die dadurch auf ihre rechte Seite gelegte Karte an. Diese Kombination ergibt die eigene Sünde. Die sieben Todsünden haben hierbei eine Bewertung von ganz schlimm bis gerade noch so in Ordnung. Der Hongkonger Autor Donald Chan schreibt in der Anleitung, dass diese Rangordnung lediglich dem Spiel dient und keinen tieferen, spirituellen Sinn erfüllt. Die Spielenden mit der „schwächsten“ vertretenen Sünde gehören dem Sündenbock-Team an und müssen versuchen, am Ende des Spiels nicht beschuldigt zu werden. Ansonsten kann man einen letzten Aufstand proben und versuchen alle Fieslinge zu erraten, also die Spielenden mit der schlimmsten vertretenen Sünde. So kann das Sündenbock-Team noch gewinnen.

Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Donald Chan
- Verlag: Broadway Toys Ltd.
- Spieler*innen-Anzahl: 5 6 7 8 9 10
- Alter: 12+
- Spieldauer: 10 bis 20 Minuten
- Preis: ca. 15 EUR
- Verfügbarkeit: keine Angabe
- Spielregeln: Regeln auf Chinesisch und Englisch von BoardGameGeek
- Stand: Halle 4 4D110
Within Walls (2022)
Das Erstlingswerk des kroatischen Autors Damir Debanic und des Verlags InterHuman schlägt düstere Töne an. In einem Setting in den 1920er-Jahren angesiedelt, untersuchen die Spielenden einen Vorfall in einem lokalen Sanatorium. Sie alle sind als Ermittler*innen dorthin gereist, doch unter ihnen gibt es Anhänger*innen eines düsteren Kultes. Das Kult-Team muss bis zum Ende des Spiels überleben und einen der drei Hauptzeug*innen töten. Die Ermittelnden müssen, bevor dies geschieht, die Kultist*innen finden und eliminieren. Alle Personen haben neben ihrer Zugehörigkeit auch noch eine besondere Rolle wie beispielsweise Bodyguard oder Doctor, die besondere Fähigkeiten bieten.
Das Spiel wird vorangetrieben durch das Ausspielen von Eventkarten, die bei der Befragung des stummen Patienten, des grausamen Arztes oder der verrückten Schwester helfen können, oder diese sabotieren. Um während der Ermittlungen nicht dem Wahnsinn zu verfallen, ist es möglich Alkohol oder Medikamente zu sich zu nehmen.
Der Clou bei Within Walls ist der Zwei-Personen-Modus. Durch die Hinzunahme eines NSC können bereits zwei Spielende sich in ein spannendes Spiel um Verrat, Mord und Wahnsinn begeben.

Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Damir Debanic
- Verlag: InterHuman
- Spieler*innen-Anzahl: 2 3 4 5 6
- Alter: 16+
- Spieldauer: 45-75 Minuten
- Preis: ca. 55 EUR
- Verfügbarkeit: Bestellbar auf der Verlagshomepage
- Spielregeln: Englisches Regelwerk auf der Verlagsseite
- Stand: Halle 5 5H129
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Titelbild: © Merz Verlag
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Giovanna Pirillo


















