Knuffige Tierchen treten im magischen Duell gegeneinander an. Wahlweise als Fuchs, Wolf, Eidechse oder Axolotl beharken sich bis zu vier Spielende bei Casting Shadows mit Zaubern und anderen Fähigkeiten, bis nur noch ein niedlich-magisches Schattenwesen steht. Dabei geht es vor allem um das Sammeln von Ressourcen mithilfe von Würfeln.
Area Control in niedlich. Auch beim neusten Spiel aus dem Hause Unstable Games erwarten uns wieder magische Tiere, die in besonders niedlicher Form dargestellt sind. Dieses Mal aber, anders als in anderen Unstable-Spielen, treten sie direkt gegeneinander an und bekämpfen sich so lange mithilfe von Zaubern und noch mehr süßen Zaubertierchen, bis nur noch ein süßes Zaubertierchen stehen bleibt. Alles ist sehr süß. Spielerisch setzt Casting Shadows auf Würfel, Zauberkarten und den taktischen Einsatz von Ressourcen und Bewegungen.
keine üblichen Trigger
Inhaltsverzeichnis
Spielablauf
Die Spielenden wählen zu Beginn einer Partie einen von vier Charakteren. Zur Auswahl stehen Fuchs, Wolf, Eidechse und Axolotl. Die Charaktere unterscheiden sich neben ihrem Aussehen und ihrer Startposition auf dem Feld vor allem durch ihre Spezialfähigkeit, die sie in ihrer Schattenform erhalten. Alle Spielenden erhalten ein Charaktertableau und die passenden Mini.
Das Spielfeld besteht aus fünf bis sieben hexagonalen Feldern, abhängig von der Anzahl der Mitspielenden, leichte Veränderungen des Aufbaus sind möglich. Alle Charaktere starten auf einem vorgegebenen Startfeld und bewegen sich im Laufe des Spiels über die Felder. Jedes Feld bietet unterschiedliche Boni an, wenn dort bestimmte Aktionen ausgeführt werden.

Die Spielenden spielen nacheinander. Zu Beginn eines Zuges werden die fünf Ressourcenwürfel gewürfelt. So wird bestimmt, welche Ressourcen später für Zauber und Fähigkeiten verwendet werden können.
Es gibt Kristalle und Perlen, jeweils in zwei verschiedenen Farben, außerdem Fluchsteine und Schattensplitter. Wird ein Fluchstein gewürfelt, verbleibt dieser bis zum Ende des Zuges beim Spielenden und verursacht einen Schadenspunkt, sofern er nicht vorher durch das Ausgeben von einem Aktionspunkt gereinigt wurde.

Kristalle, Perlen und Schattensplitter werden für den Kauf und das Wirken von Zaubern und Fallen benötigt, Schattensplitter können zusätzlich gespart werden, damit der Charakter, sofern drei Splitter gesammelt wurden, in die Schattenform wechseln kann. In Schattenform erhält jeder Charakter eine zusätzliche Fähigkeit. Außerdem kann ein schattenhaftes Begleittierchen ausgewählt werden, welches das Repertoire der Spielfigur um eine weitere aktive oder passive Fähigkeit ergänzt.
Nach dem Würfeln zu Beginn des Zuges stehen vier Aktionspunkte zur Verfügung, die für unterschiedliche Aktionen verwendet werden können. Jede Aktion kann mehrfach ausgeführt werden, bis alle Aktionspunkte aufgebraucht sind. Eine Bewegung auf ein benachbartes Feld kostet einen Aktionspunkt, genauso wie das Kaufen von Zaubern aus der Auslage. Das Reinigen eines Fluchsteins kostet genauso einen Aktionspunkt wie das Zaubern oder das Neuwürfeln von Ressourcenwürfeln.

Jedem Feld auf dem Spielplan ist immer ein Zauber zugeordnet, der an dieser Stelle erworben werden kann. Wird er gekauft, wird ein neuer Zauber an derselben Stelle aufgedeckt. Gleichzeitig besitzt jedes Feld besondere Eigenschaften, die in der Regel zum Einsatz kommen, wenn ein Zug auf diesem Feld begonnen wird. Startet man beispielsweise seinen Zug im Dornenwald, erhält man eine zusätzliche Perle. Andere Felder ermöglichen Heilung oder verringern beziehungsweise verhindern Schaden.

Zauber kommen in zwei Kategorien daher. Mit Wandlungszaubern können Ressourcen umgewandelt werden. Dazu gibt es für jede Ressource passende Wandlungszauber, mit denen beispielsweise rote Perlen in blaue umgewandelt werden können. Angriffszauber dienen dazu, den anderen Spielenden Schaden zuzufügen.
Die verfügbaren Angriffszauber unterscheiden sich in ihren Reichweiten, den einzusetzenden Ressourcen und natürlich dem Schaden. Einige Zauber treffen alle Felder, andere nur wenige. Die mächtigsten treffen direkt mehrere Charaktere für viele Schadenspunkte.

Fallenkarten können genauso wie Zauber erworben werden, funktionieren aber etwas anders. Sie werden nach dem Kauf für die gegnerischen Spielenden verdeckt aufbewahrt und können zur Verteidigung aktiviert werden. Hier ist die Vielfalt allerdings gering, lediglich vier unterschiedliche Fallenkarten bietet Casting Shadows.

Die Begleiter wiederum sind zahlreicher und einzigartig. Hier stehen viele verschiedene Effekte zur Auswahl, die zum Teil Einfluss auf den Spielstil haben können.
Mit Fallen, Zaubern, Begleitern und Schattenfähigkeiten bekämpfen sich die Spielenden so lang, bis nur noch ein Charakter übrig ist. Dieser gewinnt das Spiel.
Ausstattung
Typisch für Unstable Games sind auch hier die niedlichen, hochwertigen Artworks. Die Charaktere könnten auch aus einem Pixar– oder Disney-Film entsprungen sein. Die Namen und Abbildungen zu den Zaubern und Fähigkeiten sind brachial-niedlich, sodass sich der eigentümliche Look der Unstable-Spiele gut wiedererkennen lässt.
Das Material ist hochwertig und robust, lediglich die Karten für Zauber, Begleiter und Fallen hätten gern etwas stärker ausfallen können.
Die Spielanleitung ist knapp und übersichtlich gehalten, leider bleiben aber auch Fragen offen. So konnte in den Testrunden nicht eindeutig geklärt werden, ob alle hexagonalen Felder zum Einsatz kommen, wenn weniger als vier Spielende teilnehmen.
Die Box ist kompakt und aufgeräumt, alle Komponenten haben festgelegte Plätze, leider eher eine Seltenheit bei Spielen dieser Preisklasse.

Die harten Fakten:
- Verlag: Unstable Games/Asmodee
- Autor*in(nen): Ramy Badie
- Illustrator*in(nen): N/A
- Erscheinungsjahr: 2023
- Sprache: Deutsch
- Spieldauer: 30 – 60 Minuten
- Spieler*innen-Anzahl: 2 3 4
- Alter: 10+
- Preis: ab 28 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo
Bonus/Downloadcontent
Das Regelwerk findet sich hier als PDF zum Download.
Fazit
Casting Shadows macht wenig falsch, aber es ist auch kein herausragendes Spiel. Die einzelnen Elemente greifen gut ineinander und sorgen für schnellen Spielspaß für zwischendurch. Die Regeln sind leicht zu erlernen, die Runden gehen flüssig von der Hand und dauern selten zu lang. Dennoch stellt sich nach einigen Spielrunden eine gewisse Routine ein, die schnell in Langeweile kippen kann. Die taktischen Möglichkeiten sind begrenzt und beschränken sich insbesondere auf die Auswahl der passenden Zauber. Aufgrund des kleinen Spielfelds spielt aber die Positionierung der eigenen Figur kaum eine Rolle, da die übrigen Mitspielenden immer leicht aufschließen können. Das sorgt auf der einen Seite für schnelle Spiele, auf der anderen aber auch für weniger Tiefgang.
Eine weitere verpasste Gelegenheit ist die Ähnlichkeit der Zauber. Häufig unterscheiden sich nur die einzusetzenden Ressourcen, die Reichweite und der Schaden. Aber ob nun eine Hitzewelle oder Bissiger Blubber ausgewählt wird, ist für den Getroffenen nahezu egal. Beide verursachen drei Schadenspunkte, beide kosten einen Kristall. Wünschenswert wären weitere Effekte gewesen, die die Zauber stärker voneinander differenziert hätten. Warum schränken Frostzauber nicht beispielsweise die Bewegung des getroffenen Charakters im nächsten Zug ein? Oder Erdzauber, die das Verschieben der Figuren von anderen Spielenden auf dem Spielfeld ermöglichen?
Auch die Schattenfähigkeiten der Charaktere sind zwar verschieden, schienen aber in den Testrunden stark unterschiedlich nützlich zu sein. Während sich das Axolotl für fünf Schattensplitter um fünf Lebenspunkte heilen kann, muss der Fuchs drei Schattenenergie einsetzen, um allen anderen Spielenden einen Schadenspunkt zuzufügen. In einem Spiel, in dem sonst nur wenig Heilungsmöglichkeiten vorhanden sind, eine vergleichsweise starke Fähigkeit.
Auch der dauerhafte Verbleib in der Schattenform während der gesamten Partie erschien in den Testrunden fragwürdig. Die drei nötigen Schattensplitter sind schnell erreicht, sodass sich zwischendurch mehrfach die Frage stellte, warum die Schattenform nicht als Start-Form gewählt wurde. Wechselmöglichkeiten zwischen beiden Formen mit mehr Vor- und Nachteilen hätte für mehr Spieltiefe gesorgt, wahrscheinlich, ohne das Spiel mit weiteren Regeln zu überladen. Trotz Schwächen bleibt allerdings ein kurzweiliger Area-Control-Klopper mit überaus niedlichen Schattentierchen

- Hochwertige Artworks, einzigartiger Stil
- Unkompliziert und kurzweilig
- Wenig taktischer Tiefgang
- Zauber zu ähnlich
- Mehr Potenzial vorhanden
Artikelbilder: © Asmodee
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Maximilian Lentes
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