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Moon Knight ist der Beschützer aller Nachtschwärmer*innen. Doch eine Gang macht die Straßen von New York unsicher. Dabei wird ein Junge lebensgefährlich verletzt. Die einzige Möglichkeit seine Seele zu retten ist es, sie aus dem Jenseits zu holen. Dort trifft unser Held auf eine andere Beschützerin: Scarlet Scarab.

Die Comics von Marvel und das MCU beeinflussen sich immer wieder gegenseitig. Nachdem Moon Knight vor zwei Jahren eine eigene Serie bekommen hat, wurde sein Hintergrund ein wenig angepasst. Aus seiner großen Comic-Liebe Marlene wurde in der Serie Layla El-Faouly. Diese wurde nachträglich in der regulären Comicserie als Charakter aus seiner Vergangenheit eingeführt. In „Die Stadt der Toten“ trifft er sie nun im Jenseits wieder und hier nimmt sie die Rolle von Scarlet Scarab ein, die in den Comics ebenso eine völlig andere Figur Der hier besprochene Comic verbindet damit beide Welten. Zusätzlich greift er diverse tote Figuren aus der belebten Geschichte des Helden wieder auf, die er alle im Jenseits wieder trifft. Und die wenigsten wollen ihm etwas Gutes tun.

Triggerwarnungen

Tod und Jenseits

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Moon Knight – Die Stadt der Toten

Die Sons of the Jackal sind eine Straßengang, die den ägyptischen Totengott Osiris verehren. Sie morden und foltern unschuldige Bewohner New Yorks. Genau das will Marc Spector alias Moon Knight verhindern. Er schafft es, die Gang zurückzuschlagen, doch für den kleinen Khalil, ihr jüngstes Opfer, scheint es zu spät zu sein. Moon Knights Verbündeter Hunters Moon kann sein Leben retten, doch er zeigt keine Hirnaktivität. Für Moon Knight ist die Sache klar: Er muss in den Duat, das Jenseits des ägyptischen Glaubens und dort Khalils Seele retten, bevor es zu spät ist. Und so begibt er sich als Lebender in die Stadt der Toten.

Die Sons of the Jackal sind auch im Jenseits aktiv und ihr Plan ist sehr viel umfangreicher, als es zunächst den Anschein macht. Sie werden von einer Figur aus Marc Spectors Vergangenheit angeführt, die ich hier nicht weiter benennen möchte. Diese schafft es, diverse Schurken zu versammeln, die Moon Knight in seiner langjährigen Geschichte getötet hat. Fans werden dabei die ein oder andere Figur wiedererkennen, auch wenn kein sonderlich einprägsamer Charakter dabei ist. Dafür gibt es für unseren Helden hier einiges zum Verprügeln. Denn das ist es, was dieser Band vor allem sein möchte: Viel Action in einem ungewöhnlichen Setting.

Viel Action in einem ungewöhnlichen Setting

Moon Knight zur Seite steht Scarlet Scarab, die eindeutig der Disney+-Serie entlehnt ist. Die Dynamik der Figuren ist spannend, bleibt aber trotz Rückblenden oberflächlich. Gemeinsam können sie auf ihre Feinde einprügeln. Dafür, dass dieser Comic seinen Hauptfokus auf die Action legt, sind die entsprechenden Szenen aber selten wirklich spannend angelegt. Oft sind sie nach einigen cineastischen Momentaufnahmen beendet, ohne dass man sich Sorgen um den Ausgang machen musste.

Im großen Finale darf Moon Knight dann gemeinsam mit seinen Persönlichkeiten kämpfen, ohne dass seine dissoziative Persönlichkeitsstörung vorher thematisiert wurde. Das wirkt ein wenig beliebig und ich hätte mir hier einen intensiveren Einblick in Marcs Psyche gewünscht, derer wir mit Blick auf die Disney+-Serie einen eigenen Artikel über die Hintergründe spendiert haben. Das Treffen mit Schatten seiner Vergangenheit und den inneren Dämonen wird im Comic nur oberflächlich angekratzt.

Dem Comic zugutehalten muss man auf jeden Fall die Inszenierung der Action-Szenen und der Stadt der Toten. Optisch wird hier durch Farbgebung und die starken Kontraste viel geboten, was sowohl die brutalen Kämpfe, als auch die mystische Umgebung unterstreicht.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Panini Comics
  • Autor*in: David Pepose
  • Zeichner*innen: Marcello Ferreira, Sean Damien Hill
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Deutsch
  • Format: Softcover
  • Seitenanzahl: 112
  • Preis: 15 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo, Panini Shop

 

Fazit

Die Kritik mag harscher klingen als sie ist. Der Comic weiß zu unterhalten und schafft es durch das ungewöhnliche Setting eine eigene Art von Spannung zu erzeugen. Es geht hier um die Rettung einer unschuldigen Seele und ein Wiedertreffen mit Figuren aus Moon Knights Vergangenheit. Schade ist nur, dass man hier wesentlich mehr hätte rausholen können. Vieles bleibt viel zu oberflächlich: Sowohl die Interaktion mit seiner vergessenen Liebe Layla El-Faouly, als auch das Wiegen seiner Seele werden nur angekratzt. Der Fokus liegt ganz klar auf den Action-Szenen, die zwar interessant anzusehen sind, aber nur wenig Spannung aufbauen können. Moon Knight-Fans sollten bei diesem Band dennoch zugreifen, da hier viel von dem geboten wird, was die bisherigen Serien ausgemacht hat. Wer sich aber eine inhaltliche Beschäftigung mit dem Tod an sich oder einen psychologischen Blick auf vergangene Verfehlungen wünscht, ist hier falsch und sollte seinen Blick lieber außerhalb des Superhelden-Genres richten.

  • Das Jenseits als Handlungsort

  • Viele Actionszenen

  • Wiedersehen mit alten Bekannten

 

  • Zu oberflächliche Beschäftigung mit dem Thema

  • Die Actionszenen bauen wenig Spannung auf

  • Zu wenig Interaktion der Hauptfiguren miteinander

 

 

 

Artikelbilder: © Panini Comics
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Laura Pascharat
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