Geschätzte Lesezeit: 13 Minuten

Gendergerechte Sprache spaltet die Nation und hat inzwischen die Rollenspielszene erreicht. Beim neuen Rollenspiel Supers! wird Stellung bezogen. Für das Lektorat verantwortlich war Florian Schwennsen. Er schreibt über seine persönlichen Erkenntnisse und wie das Gendern in der Erstellung des Superhelden-Rollenspiels thematisiert wird. Ein Gastbeitrag.

Innerhalb des Teams hinter der deutschen Ausgabe von Supers! (aktuell auf Kickstarter zu finden) bin ich für das Lektorat verantwortlich. Daher habe ich unter anderem Formulierungen verbessert, aufgepasst, dass alle Regelbegriffe gut und einheitlich übersetzt sind, sowie Rechtschreibung und Zeichensetzung korrigiert.

Bei den meisten anderen Rollenspielprojekten, an denen ich beteiligt war, habe ich für bereits bestehende Linien lektoriert oder bin erst für die Korrekturfahne dazugekommen. Der Spielraum ist hierbei eingeschränkt. Zudem gibt es noch die Redaktion, die entscheidet: Als ich zum Beispiel bei einer Liste krimineller (!) Berufe anmerkte, dass alle Berufe außer dem der Prostituierten männlich seien, und ob man nicht gemischte Geschlechter nutzen wolle, entschied sich die Redaktion am Ende für „Käuflicher“.

Supers! – eine Chance

Bei Supers! bot sich mehr Gestaltungsfreiheit. Mir fiel auf, dass „the players“ stets mit „die Spieler“ übersetzt ist und fragte, ob man das nicht geschlechtergerecht gestalten wolle. Darauf bekam ich sehr durchwachsene Reaktionen vom Team. Aber am Ende gab es grünes Licht und ein „Ersetzen wir das einfach durch ‚die Spielenden‘!“ mit auf den Weg. Problem gelöst?

Das Englische hat die praktische Eigenheit, dass „the players“ geschlechtsneutral ist. Im Deutschen ist es üblich, das sogenannte generische Maskulinum zu verwenden, das heißt, mit „die Spieler“ sind dann alle gemeint. Das funktioniert leider nicht wirklich, denn meist denkt man trotzdem an ausschließlich männliche Spieler – Frauen werden weniger angesprochen. Dieser Umstand ist wissenschaftlich belegt und einfach auszuprobieren. Wenn man eine Gruppe bittet, „berühmte Schriftsteller“ zu nennen und eine andere, „berühmte Schriftstellerinnen und Schriftsteller“, zeigt sich ein entsprechendes Ergebnis unter der Geschlechterverteilung bei den Antworten.

Der Ausdruck „die Spielenden“ hingegen ist geschlechtsneutral und löst insofern das Problem – für dieses Wort. Ein üblicher Einwand ist, dass das Partizip Präsens aktiv beschreibt, was die Person in diesem Moment tut. Bekanntermaßen gibt es in der Sprache aber kaum eine Regel ohne Ausnahme. Eine alleinerziehende Mutter darf sich natürlich als solche bezeichnen, auch wenn sie gerade bei der Arbeit ist, und ich bezeichne mich nicht als alleinerziehenden Vater, nur weil meine Frau gerade nicht zu Hause ist.

Um ein komplettes Regelwerk geschlechtergerecht zu formulieren, muss man aber an weiteren Schrauben drehen.

Vorüberlegungen zur Geschlechterfrage

Der oben beschriebene Lösungsansatz für geschlechtergerechte Sprache ist gleichbedeutend mit einer geschlechtsneutralen Sprache. Ein anderer Ansatz ist, stattdessen gezielt nicht nur Männer, sondern alle zu adressieren – also statt „Spieler“ dann „Spielerinnen und/oder Spieler“ zu schreiben. Das kann einen Text unschön aufblähen, weswegen sich in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts das Binnen-I („SpielerInnen“) verbreitete, das aber – genau wie die ausgeschriebene Variante – in der Regel „nur“ Frauen und Männer meint. Nichtbinäre Menschen sind damit im Grunde sogar noch weniger mitgemeint als beim generischen Maskulinum.

Wie spreche ich ein Wort mit Gendersternchen aus?

Das Gendersternchen wird als Glottisschlag ausgesprochen. Dieser ist auch als Stimmritzenverschlusslaut oder stimmloser glottaler Plosiv bekannt. Bei diesen Begriffen aus der Phonetik mag man zunächst an etwas Knallendes denken. Es handelt sich jedoch nicht um Schnalzlaute, sondern um das leichte „Knacken“, wenn man einen Vokal im Anlaut spricht. Das heißt, man spricht „Spieler*innen“, als wären es zwei Wörter, also etwa wie „Spieler Innen“. Der Glottisschlag ist nichts Erdachtes oder Importiertes, sondern in der deutschen Sprache allgegenwärtig (vergleiche: Spiegel-Ei oder auf-atmen).

Die Computeraffinen in der Leserschaft kennen das Sternchen als Platzhalter für alle vorhandenen Möglichkeiten einer Suche. Analog hierzu hat das Gendersternchen für mich den Charme, dass es nicht nur Männer und Frauen anspricht, sondern alle Geschlechter. Zusätzlich macht es diese auch sichtbar, während bei „die Spielenden“ die Geschlechter unsichtbar sind.

Das Gendersternchen ist für direkte Ansprachen, kurze Meldungen/Postings, Stellenausschreibungen und Ähnliches gut geeignet. Bei längeren Texten, in denen Pronomen hinzukommen, stört es jedoch den gewohnten Lesefluss – so wie es auch (noch) das technische Problem der automatischen Worttrennung gibt. Von der Supers!-Redaktion wurde das Gendersternchen zunächst kategorisch ausgeschlossen.

Partizipialform: die Spielenden

Ich komme zurück auf den Ausdruck „die Spielenden“. Er funktioniert leider nur im Plural – im Singular muss ich, wenn ich geschlechtsneutral formulieren möchte, „die spielende Person“ sagen, was mir aber zu technisch ist. Oder ich muss sie mit „du“ direkt ansprechen, was wiederum nicht immer geht, wenn es zum Beispiel um zwei miteinander interagierende Spielende geht. Freilich gibt es neben Maskulinum und Femininum ein drittes Geschlecht in der deutschen Sprache – das Neutrum.

Manche Menschen, die nicht in die beiden Schubladen „Mann“ oder „Frau“ gehören, sind mit dieser Lösung zufrieden und haben „es“ als ihr Pronomen gewählt. Das Neutrum generell für alle Personen zu verwenden, ist jedoch unpassend. Auch wenn es Ausnahmen wie „das Kind“ gibt, wird es eher mit Dingen als mit Personen assoziiert und fällt zudem oft mit dem Maskulinum zusammen – wie zum Beispiel bei „sein Name“. Wir bräuchten eigentlich ein weiteres grammatikalisches Geschlecht.

Geschlechtsneutrale Personalpronomen

Es gibt bereits seit längerem verschiedene Ideen für geschlechtsneutrale Personalpronomen (siehe zum Beispiel https://nibi.space/pronomen), doch durchgesetzt hat sich noch keines. Auch der Rat für deutsche Rechtschreibung beobachtet erst einmal, ohne eine Empfehlung auszusprechen. Mit den Personalpronomen allein ist es nicht getan, denn ohne die anderen Pronomen und Artikel kommt man nicht sehr weit. Zusätzlich müssten auch die Deklinationstabellen von Adjektiven und Substantiven ergänzt werden.

Diese Anforderungen reduzieren die Zahl der genannten Ideen auf einige wenige ausgearbeitete Systeme, wovon im Moment aber keines in irgendeiner Form etabliert, geschweige denn offizieller Bestandteil der deutschen Sprache ist. Daher fehlen uns aktuell noch die Möglichkeiten, ein komplettes Rollenspielregelwerk mit neuen Pronomen geschlechtsneutral so zu formulieren, dass es immer noch angenehm lesbar ist. Ich werde auf diesen Punkt später zurückkommen, wenn ich über nichtbinäre Charaktere in Spielbeispielen spreche.

Herangehensweise(n)

Sowohl geschlechtergerechte Sprache als auch hohe Textqualität liegen mir am Herzen. Dies schließt neben Wortwahl und Formulierung korrekte Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik ein, beinhaltet aber ebenso Verständlichkeit, Lesefluss und Schriftbild. Wie bereits angedeutet ist es zurzeit noch schwer, wenn nicht unmöglich, geschlechtergerechte Sprache und eine hohe Textqualität gleichermaßen zu erreichen. Mein Anteil am Supers!-Text ist das Ergebnis meiner Bemühungen, einen beherzten Schritt in Richtung eines solchen Ideals zu machen. Doch Jahrhunderte der Geschlechterungerechtigkeit sind fest in der Sprache verankert, sodass man nicht erwarten darf, man könne einen geschlechtergerechte(re)n Text schreiben, ohne dass es jemandem auffällt oder einige Stellen ungewohnt klingen.

Die perfekte Lösung?

Jeder Satz, jede Passage ist anders und die eine Methode mag für diesen Satz perfekt sein, für jenen aber völlig unpassend. Daher war es für mich keine Option, das eine Mittel zu wählen, das dann mechanisch auf jeden Satz angewendet wird. Einen kompletten Text im Passiv zu formulieren, mechanisch mit Sternchen zu pflastern oder ausschließlich mit Partizipialausdrücken zu arbeiten, klingt nicht mehr nach einem natürlichen Text. Wenn sich am Ende statt ausschließlich der Männer niemand mehr angesprochen fühlt, ist wenig gewonnen. Ich habe mich also je nach Situation verschiedener Stilmittel bedient.

In den meisten Fällen habe ich das Problem durch neutrale Ausdrücke wie „die Spielenden“, Umformulierungen wie „Regie führen“ statt „Regisseur“ oder durch die Nutzung des Passivs umschifft.

Das war nicht jedes Mal auf elegante Weise möglich. Außerhalb des Fließtextes – also zum Beispiel in Überschriften und Tabellen – konnten wir uns auf eine inklusive Schreibform einigen, nämlich den Doppelpunkt (Spieler:in), der sich positiv ins Schriftbild einfügt. In Überschriften ist auch die Störung des Leseflusses vernachlässigbar. Darüber hinaus sind dies auch sehr markante und exponierte Stellen, an denen verdeutlicht wird, dass wir alle ansprechen möchten.

Eine angepasste Lösung!

Bei normalen Erklärungstexten habe ich mich meist für ein Geschlecht entschieden und die Ausgewogenheit im Blick behalten. Ich habe eingangs viel über die „Spielenden“ gesprochen – nicht zuletzt, weil diejenigen, die Supers! lesen und vor allem spielen, im Zentrum des ganzen Unterfangens stehen. Gleichwohl reicht es nicht, „der Spieler“ überall durch „der*die Spieler*in“ zu ersetzen, wenn ansonsten nur das generische Maskulinum verwendet wird.

Also habe ich die alternierende Geschlechterzuweisung auch auf alle Personenbezeichnungen wie zum Beispiel Berufe angewendet (sofern sie nicht gleich neutral formuliert wurden). Für jede Bezeichnung habe ich über die verwendeten Geschlechter Buch geführt, damit nicht nur insgesamt so viele Männer wie Frauen auftauchen, sondern dies auch innerhalb einer jeden Personengruppe gilt. Ansonsten entstehen am Ende doch wieder Schubladen und es gibt zum Beispiel nur männliche „Feinde“.

Auch wenn ich mir viele Gedanken zu dem Thema gemacht habe: In meinem Kopf befinden sich ebenso jede Menge Stereotype und Klischees, die automatisch zuerst ins Bewusstsein kommen, wenn ich einfach der Intuition folge.

Charaktere aus Spielbeispielen

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.kickstarter.com zu laden.

Inhalt laden

PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LmtpY2tzdGFydGVyLmNvbS9wcm9qZWN0cy9kYW1taS9zdXBlcnMtZGV1dHNjaGUtYXVzZ2FiZS93aWRnZXQvY2FyZC5odG1sP3Y9MiIgd2lkdGg9IjIyMCIgaGVpZ2h0PSI0MjAiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBzY3JvbGxpbmc9Im5vIj48L2lmcmFtZT4=

Wie erwartet war die deutliche Mehrzahl der Charaktere aus den Spielbeispielen in der Vorlage männlich. Auch an diesen Stellen habe ich für Ausgewogenheit gesorgt. Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass einem solche Änderungen bei späteren Bänden um die Ohren fliegen. Da es sich hier aber nur um Beispielcharaktere zur Regelillustration handelt, ist die Gefahr minimal. Sollten wir noch weitere Bände zu Supers! veröffentlichen und in einem dieser Bände ein Superheld „Stretch“ auftreten, dessen Geschlecht entscheidend ist und sich zudem auch nie geändert haben darf – ist er halt der Sohn oder der Bruder der „Stretch“ aus dem kleinen Spielbeispiel im Grundregelwerk oder ein ganz anderer Stretch.

Da die vielen Spielbeispiele in der Regel kurz sind, habe ich diese genutzt, nichtbinäre Charaktere einzuführen und sprachlich sichtbar zu machen. Das bedeutete, dass ich mich doch mit dem bereits angerissenen Problem der fehlenden Pronomen noch einmal beschäftigen musste.

Geschlechtsneutrale Pronomen – eine kleine Bestandsaufnahme

Es ist eine gute Idee zu schauen, wie andere Autor*innen geschlechtsneutral formuliert haben. Viele Beispiele gibt es nicht. Die Science-Fiction-Literatur mit ihren nichtmenschlichen intelligenten Lebensformen müsste eigentlich voll von Spezies sein, für die die Pronomen sie/er nicht passen. Zumeist sind es aber doch Männer und Frauen, oder es wird selbst für nichtbinäre Geschlechter ein bestehendes grammatikalisches Geschlecht gewählt – meistens das männliche, wie zum Beispiel in Ursula K. Le Guins Roman Die linke Hand der Dunkelheit, oder eben „es“, wie in der Xenogenesis-Trilogie von Octavia E. Butler.

Beispiele aus der Literatur: xier

Das einzige mir bekannte Beispiel, in dem wirklich durchgängig geschlechtsneutrale Pronomen verwendet werden, ist die Manga-Serie Das Land der Juwelen von Haruko Ichikawa, in der es um Edelsteine in Menschengestalt geht, die auf einer durch sechs Meteoriten verwüsteten Welt leben. Bei Wikipedia werden den einzelnen Edelsteinen Geschlechter zugewiesen – je nach Wikipediaversion verschiedene –, doch innerhalb der Geschichten sind die Edelsteine geschlechtslos, weshalb sich die Übersetzerin Verena Maser dazu entschied, das Pronomen „xier“ zu verwenden.

Illi Anna Heger arbeitet seit 2009 an Pronomen ohne Geschlecht und die aktuelle Version 3.2 dieser Pronomen wurde verwendet – das Pronomen „xier“ hat sich in der Versionshistorie aus „sier“ (von „sie-er“) entwickelt. Am Ende des Buches befinden sich zwei Deklinationstabellen für Personal- und Relativpronomen. Es kommen auch noch weitere Pronomen vor, für die man gegebenenfalls bei Illi Anna Heger nachschlagen müsste. Artikel und Adjektivendungen werden in diesem System nicht berücksichtigt.

In der Sternenbrand-Trilogie von Annette Juretzki sowie in The Colony – ein neuer Anfang von Patrick S. Tomlinson, übersetzt von Oliver Hoffmann, werden ebenfalls nichtbinäre Pronomen von Illi Anna Heger verwendet, aber in beiden Fällen nicht konsequent. Beide Bücher bieten zudem keine zufriedenstellende Lösung bei den Substantiven. Es wird quasi das generische Maskulinum verwendet, indem von „Infanterist“ oder „Wahrheitssucher“ die Rede ist, selbst wenn extra ein nichtbinäres Pronomen genutzt wird.

Beispiele aus der Literatur: ser

Zwei Romane habe ich noch gefunden, die das Pronomen „ser“ verwenden: die Wayfarer-Reihe von Becky Chambers (Übersetzung von Karin Will) und Wasteland von Judith und Christian Vogt.

In beiden Büchern sind leider keine Deklinationstabellen enthalten. Das mag Intention sein, um es als natürliche Entwicklung der Sprache wirken zu lassen. Es erschwert aber die Möglichkeit, dass ein solches Pronomen auch von anderen verwendet wird, zumal sich die Grammatik mangels Einheitlichkeit nicht aus dem Textkorpus rekonstruieren lässt.

Ich würde mich freuen, von weiteren Romanen zu lesen, die mit geschlechtsneutralen Personalpronomen und Deklinationen experimentieren. Da in der deutschen Sprache aufgrund der Deklinationen und Artikel eine größere Hürde zu nehmen ist als beispielsweise im Englischen, sind deutsche Romane besonders interessant.

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl an Werken wie zum Beispiel Shadow Man von Melissa Scott, das ich gerne ins Deutsche übersetzt sähe.

Geschlechtsneutrale Pronomen bei Supers!

Es fehlt also an Vereinheitlichung im Bereich der geschlechtsneutralen Pronomen. Ich habe mir angeschaut, welche Systeme es gibt, die über Personalpronomen hinausgehen und eine brauchbare Dokumentation bieten. Statt diese hier zu diskutieren, seien jeweils zwei kurze Beispielsätze genannt. Diese kommen nicht in dieser Form im Supers!-Regelwerk vor, und dienen hier nur dazu die verschiedenen Ansätze zu verdeutlichen:

  • Die angreifende Spielerin wirft ihre Würfel. Sie ist erfolgreich. (weiblich)
  • Der angreifende Spieler wirft seine Würfel. Er ist erfolgreich. (männlich)
  • Del angreifendel Spieleron wirft serle Würfel. Sel ist erfolgreich. (del-on-sel System)
  • Dee angreifende Spieleris wirft hense Würfel. Hen ist erfolgreich. (g-Genus)
  • Din angreifendin Spielernin wirft nimse Würfel. Nin ist erfolgreich. (Sylvain-Konventionen)

Da die wesentliche Entscheidungshilfe des Verbreitungsgrads nicht gegeben ist, war es letztlich eine Geschmacksentscheidung. Das del-on-sel-System ist sehr schön dokumentiert, weckt bei mir aber die hässliche Assoziation, jemand könne das „r“ nicht richtig aussprechen, und das „Spieleron“ klingt für meine Griechisch-geplagten Ohren zu sehr nach Neutrum. Die Sylvain-Konventionen wiederum sind mir zu „n“-lastig und die Dokumentation liegt nur noch gespiegelt auf anderen Servern, wodurch das Ganze eher tot wirkt.

Die Formulierung im g-Genus gefällt mir am besten, auch wenn mich die vorgeschlagene englische Aussprache der ebenfalls vorkommenden Endung „-ey“ etwas stört. Das Personalpronomen „hen“ ist übrigens ein Lehnwort aus dem Schwedischen, wo es seit 2015 als geschlechtsneutrales Pronomen offizieller Teil der schwedischen Sprache ist. Vielleicht wird das ja sogar eine europäische Lösung.

Die drei nichtbinären Charaktere aus Spielbeispielen im Supers!-Regelwerk werden daher mit Pronomen des g-Genus beschrieben. Wie man an den obigen Beispielsätzen sieht, ist es aber nicht erforderlich, Grammatik zu pauken, bevor man solche Sätze lesen und verstehen kann. Ich hoffe, so einen Kompromiss gefunden zu haben, der einerseits nichtbinäre Personen sprachlich sichtbar macht und gleichzeitig die Lesegewohnheit nicht zu sehr stört.

Fazit

Viele Menschen sind der Meinung, die Bemühungen um geschlechtergerechte Sprache seien nett gemeint, aber im Grunde Quatsch. Dabei handelt es sich nicht nur um die bösen Vertreter des Patriarchats, denn wir haben es nicht allein mit einem personellen, sondern vor allem mit einem strukturellen Problem zu tun. Wichtiger als Gendersternchen mag es erscheinen, dass endlich gleiche Gehälter für Frauen und Männer gezahlt werden oder dass Menschen den Geschlechtseintrag im Ausweis frei wählen können.

Aber solange bestimmte Gruppen (ob bewusst oder unbewusst) als weniger wert oder eben gar nicht wahrgenommen werden, lassen sich solche Ziele viel schwerer erreichen – oder sie existieren am Ende lediglich auf dem Papier und nicht in der Realität. Diese Wahrnehmung anderer Menschen wird entscheidend von der Sprache geprägt, die wir täglich verwenden. Wenn Mädchen im Schultheater einen Bart angemalt bekommen, während sie „den Direktor“ spielen, Mütter ein paar Kuchen backen sollen und noch ein paar starke Väter zum Rücken der Tische benötigt werden, dann zementiert dies diskriminierende Denkstrukturen.

Diese Strukturen werde ich nicht mit meinem Beitrag zur geschlechtergerechten Gestaltung eines Nischenthema-Rollenspiels innerhalb der Nische Rollenspiel durchbrechen, insbesondere, da wir Kompromisse eingegangen sind. Ich hoffe aber, dass einige aus der Szene, die diese Zeilen oder das Regelwerk lesen, zum Nachdenken angeregt werden und das Thema im Kleinen auch weiter vorantreiben. Und ich hoffe – ganz konkret –, dass sich noch mehr Menschen von Supers! angesprochen fühlen und aufregende Abenteuer damit erleben!

Anmerkung der Redaktion: Oops. Hier befand sich ein Word-Kommentar zum Artikel aus der regen Diskussion während des Lektorats. Da dieser hier nichts zu suchen hat, wurde er entfernt.

Artikelbilder: © Pro Indie Verlag

62 Kommentare

  1. Sehr interessant! Ich schreibe auch Rollenspiele und fand die Genderneutrale Sprache einzubinden herausfordernder als gedacht. Aufgrund dieses Artikels werde ich mir supers kaufen, einfach weil mich die Schreibweise interessiert.

  2. Nichts gegen die grundsätzliche Idee, gerechter zu übersetzen. Nur ist dieser Abschnitt schon wissenschaftlich als pseudowissenschaftliches Bias bewiesen worden ;-)

    „Dieser Umstand ist wissenschaftlich belegt und einfach auszuprobieren. Wenn man eine Gruppe bittet, „berühmte Schriftsteller“ zu nennen und eine andere, „berühmte Schriftstellerinnen und Schriftsteller“, zeigt sich ein entsprechendes Ergebnis unter der Geschlechterverteilung bei den Antworten.“

    Bestes Beispiel ist, wenn Sie es mit „Lehrer“ durchführen und sehen, dass es diesen Unterschied nicht (nachweisbar) gibt.
    Hier spielt einfach die Grundverteilung eine Rolle und wenn 90%+ männlich sind, kommen in erster Linie männliche Beispiele und nur durch den „indirekten Zwang“ auch weibliche Beispiele zu nennen, gibt es den Druck aus den 10% weiblich ein Beispiel zu nennen und somit am Ende überdurchschnittliche viele weibliche Beispiele zu generieren. Wer das dann umdeutet, dass dies Gendergerechtigkleit wäre, verkennt die eigentliche wissenschaftliche Grundlage.
    Immer mehr gelebte Gleichberechtigung wird den Zwang zum Gendern zukünftig eher geringer werden lassen. Bis dahin gibt es sicher noch die eine oder andere Überreaktion, die aber zumindest für gute Diskussionen sorgt.

    • Ich gebe zu: Wie ich jenes Sprachexperiment hier skizziert habe, ist vielleicht etwas zu verkürzt. Gleichwohl kann man sich fragen, ob die statistischen Ungleichverteilungen nicht eher verstetigt werden, indem man das generische Maskulinum verwendet, das von außen eben nicht vom faktischen zu unterscheiden ist, als wenn gezielt nicht-Männer angesprochen werden. Bei „Physiker“ als Gegenbeispiel gibt es statistisch mehr Männer (gerade in der Vergangenheit und gerade in Deutschland). Womöglich kennen manche Leute neben Einstein, Röntgen und Newton auch eine Meitner, Curie oder Strickland, selbst wenn eher die ersten drei genannt werden. Wenn aber Mädchen immer nur von „Physikern“ hören und lesen, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie diese Disziplin als für sich relevant ansehen. Ich höre jetzt schon den Einwand, dass es vielleicht auch einfach biologische Unterschiede gebe. Gibt es vielleicht, aber wenn man die Geschlechterverteilung in anderen Ländern mit der in Deutschland vergleicht, sieht man, dass es da auch eine strukturelle Ursache gibt.
      Eigentlich wollte ich aber etwas zu dem Sonderfall Rollenspiel sagen. Denn hier gibt es ja keinen Abgleich mit der Realität. Wenn ich in einem Rollenspielbuch stets von Nekromanten/Rittern/Weltraumpiloten spreche, weiß niemand, dass/ob damit auch Frauen gemeint sind, so dass viel eher der Abstraktionsschritt vom generischen Maskulinum unterbleibt und einfach an Männer dabei gedacht wird Den einzigen Abgleich, den ich machen kann, ist der mit anderen Romanen oder Rollenspielen, die dann statistisch auch eher auf Männer deuten denn auf Frauen, so dass wir einen männerlastigen Zirkelschluss haben. Während in unserer Welt der Ist-Zustand schwer zu ändern ist und ich gerne als naiv belächelt werde, wenn ich glaube, dass geschlechtergerechte Sprache ein Baustein dafür ist, so ist es doch in einer ausgedachten Welt ganz einfach, indem ich eben klar sage, dass es dort gleichermaßen Soldatinnen und Verbrecherinnen gibt wie Soldaten und Verbrecher.

      • Der Unterschied, den ich zwischen dem Entgendern¹ und dem inklusiven Gendern von Wörtern sehe ist, dass „ich bin generisch, aber nicht maskulin“ nur funktioniert, wenn sich das Denken aller Lesenden schon geändert hat, während inklusives Gendern auch bei Leuten zum Mitdenken Aller führt, die ihr Denken noch nicht geändert haben.

        Entgendern will zuerst Leute ändern, damit die Sprache einfacher bleibt.²
        Inklusives Gendern ändert die Sprache, damit sie für alle Lesenden gut funktioniert.

        ¹: Wortneuschöpfung, um zu sagen, was ich meine.

        ²: Auch das hier nur in Grenzen. Wenn eine Frau sagt, „ich bin Lehrer“, verändert die Dissonanz zwischen grammatikalischer Bedeutung und ihrem Geschlecht, wie Leute Sprache wahrnehmen. Ohne diese Dissonanz — ohne den Kontrast zur konkreten Person — wirkt es aber nicht. Inklusives Gendern wirkt auch ohne den Kontrast.

  3. Danke für die Warnung. Da sparw ich mir das Geld für dieses System.
    Spielregeln sind zuweilen schon schwierig genug zu verstehen, insbesondere wenn sie nur aus dem englischen übersetzt wurden. Da muss man nicht noch anfangen die Sätze so zu beugen dass jedes „soziale Konstrukt“ explizit mit angesprochen wird.

    • Einige scheinen bei gendergerecher Sprache und gar neuen Pronomen reflexartig in eine Abwehrhaltung zu wechseln, daher nochmal der Hinweis. In keiner einzigen Spielregel kommen neue Pronomen vor. Es dreht sich lediglich um drei kleine Spielbeispiele, in denen sie vorkommen. Wir reden hier von rund 0,03% der Wörter in dem Buch.
      Kann man natürlich immer noch kategorisch ablehnen, aber mit der Verständlichkeit der Regeln hat es eben nichts zu tun.

      • Wenn sie in Spielbeispielen vorkommen, sind sie im Endeffekt doch Teil des Fluff.

        Über das Wort „Paladin“, „Norbarde“ oder „Lasombra“ für eine bestimmte Klasse regt sich kaum jemand auf, das erwarte ich auch für Hen im Spielbeispiel.

  4. Ich muss berufsbedingt einiges an Texten von ungeübten aber eifrigen Schreibern erdulden und da sind mir besonders in in letzter Zeit die haarsträubendsten Unsinnigkeiten untergekommen. Mein Favorit bisher war statt „Zahnärztinnen und Zahnärzte“ dann „Zahnarztende“. Ebenso die für mein Auge eher amüsanten Bestrebungen, neue Pronomen zu erfinden.

    Also, ganz ehrlich, da bin ich raus. Ich versuche mich vegetarisch zu ernähren, wähle brav linke Parteien, lasse das Auto stehen und fahre Rad und trenne meinen Müll. Aber anscheinend bin ich doch ein Saurier des 20. Jahrhunderts. Na gut. Ist dann eben so. Sowas ist nicht einfach nur ein Einfluss auf meine Kaufentscheidungen, sondern ein ganz klares K.O.-Kriterium.

    • Auch wenn „Zahnarzt“ mal als Dämonen-Name in einem Warhammer-Abenteuer aufgetaucht ist: Zahnarztende und Superheldende kommen in unseren Texten nicht vor, da keine ungeübten Schreiber oder Lektoren beteiligt waren. Aber das versucht der Artikel ja auch u.a. zu vermitteln. Und der Schnellstarter legt dann den Beweis dazu nach.

      Nicht das ich dich in deiner Kaufentscheidung beeinflussen möchte, aber das Argument das du als KO-Kriterium vorbringst, trifft nunmal nicht zu. ;-)

  5. „Diese Wahrnehmung anderer Menschen wird entscheidend von der Sprache geprägt, die wir täglich verwenden.“

    Ja und nein.
    Das eingangs erwähnte Experiment wurde ja seit den 70ern mehrfach wissenschaftlich wiederholt und es zeigte sich: ja, diese großen Diskrepanzen gibt es.
    bei Kindern.
    Jugendliche und Erwachsene haben allerdings gelernt, daß es einen Untershcied gibt.
    Das zeigt sich, wenn man das Experiment nicht mehr nur zur Hälfte ausführt, als bspw. gezielt nach der Wertung des generischen Maskulinums fragt, sondern zum Vergleich auch mit Beidnennung oder den unterschiedlichen Formen der „Sichtbarmachens“ agiert.
    Dann werden nämlich keineswegs signifikant mehr Frauen oder gar „nicht-biäre“ genannt.

    Zwar zeigt sich das Phänomen mittlerweile wohl etwas deutlicher, als vor 5, 10, 15, 20, ff Jahren; das könnte aber sehr wahrscheinlich daran liegen, das es derart medial aufbereitet zum Thema gemacht wird.
    Also uU eine selbsterfüllende Prophezeiung.

    Die drei vorgestellten „Gaga“-Sätze zeigen recht offensichtlich, wieso diese Art der „Sichtbarmachung“ in der breiten Bevölkerung offensichtlich mehr denn je abgelehnt wird.

    Zudem das einzige, was so erreicht und tatsächlich sichtbar gemacht wird, die Trennung, das Teilende, der Unterschied ist, nicht das gemeinsame, verbindende.

    Anders gesagt: man sucht geradezu krampfhaft nach einem Begriff, der alle meinen soll, um damit – einen Begriff zu ersetzen, der schon alle meint.

    Das es auch anders geht, zeigen uns bspw. die Briten. Dort wurde die Actress gestrichen. Und es gibt auch keine Primeninistress. Und aus dem „generischen Maskulinum“ wurde verstandenenweise nur noch generisch, ohne dafür an der Sprache herumpfuschen zu müssen und andere durch Doppelpunkt, Sternchen oder Unterstrich wieder aus der Sprache auszuschließen.
    Aber wer interessiert sich schon für Sehbehinderte, wenn doch „an alle“ gedacht sein will.

    Da die Ursprungsannahme von ebendort falsch verstanden hierher gebracht wurde, muß man sich schon fragen, warum es zu diesem logischen Folgeschritt nicht reicht.

    Dennoch: danke für Ihre Bemühungen; viele böse Taten werden ja aus durchaus guten Absichten begangen, wie der Volksmund wissen will.
    Was gut, was böse, was richtig und/oder falsch ist, entscheidet ja im Zweifel die Nachwlet. Immer wieder.

  6. Für mich bleibt es unnötig.

    Einfach mal die Brust raus und zum Frau sein stehen. Da muss keinE über „die Spieler“ jammern.

    Aber damit bin ich wohl überaltert, heute zählt ja nur noch, wer sich am meisten diskriminiert fühlt

  7. Wow, klingt nach sehr viel Aufwand, aber lohnt sich das? Fühlen sich dadurch wirklich mehr Menschen angesprochen?
    Bei diesen Sätzen:
    „Del angreifendel Spieleron wirft serle Würfel. Sel ist erfolgreich. (del-on-sel System)
    Dee angreifende Spieleris wirft hense Würfel. Hen ist erfolgreich. (g-Genus)
    Din angreifendin Spielernin wirft nimse Würfel. Nin ist erfolgreich. (Sylvain-Konventionen)“
    …fühle ich mich jedenfalls nicht mehr angesprochen. Ich bin über die Wörter dieser Sätze noch beim 5. durchlesen gestolpert und glaube nicht, dass ich ein ganzes Regelwerk durchstehen würde, welches durchgehend so geschrieben ist.
    Hier bei den Teilzeithelden werden Gendersternchen verwendet, die finde ich nicht gut, weil sie die Lesbarkeit stören, aber man kann damit leben, da es sich immer nur um einzelne (, manchmal kurze) Artikel handelt. Zudem zahle ich nicht dafür hier Texte zu lesen, anders bei einem Rollenspiel, das ich mir dieses Jahr gekauft habe, bei dem gefühlt kaum ein Satz ohne Stern auskam. Die Lesbarkeit war unterirdisch und um den Text halbwegs zu verstehen, habe ich viele Sätze doppelt lesen müssen. Warum treibt man das noch voran?!
    Sollte nicht die Verständlichkeit eines Textes oder sogar eines Buches im Vordergrund stehen?
    Das ganze kann man ja handhaben, wie man möchte, leider führt das meiner Meinung nach zu Chaos, weil schon keine Einigkeit bei * I und : herrscht und man wenigstens das bräuchte um noch halbwegs eine Sprache zu sprechen.
    Bei Wörtern wie ‚Spieleron‘ , ‚hense‘ oder ‚angreifendin‘ hört es bei mir jedenfalls auf und mit dem Wissen, dass etwas so geschrieben ist, werde ICH jedenfalls kein Geld dafür ausgeben.

    • Das sind keine Auszüge aus dem Supers!-Regelwerk, sondern Beispiele im Artikel zum Thema. Die Eingriffe (wenn man es denn so nennen kann) in den Regeltext sind tatsächlich minimal. Schau dir den Schnellstarter an (kostenlos im Kickstarter herunterladbar, auch ohne Anmeldung), wenn du dir wirklich ein Bild von der Sache machen möchtest.

      • Hallo Dammi, vielen Dank für deinen Widerspruch. Ich finde, du hast vollkommen recht. Ich habe den Ausgangskommentar nicht richtig gelesen und mich alleine auf die Verwendung der neuen Pronomen bezogen. Ich persönlich finde in Regeltexten die wechselnde Verwendung der weiblichen und männlichen Form, wie hier umgesetzt, vollkommen in Ordnung und fühle mich auch angesprochen, wenn ein Regelwerk weibliche Formen, z.B. für die Spielleitung, verwendet.

      • Danke für den Hinweis, es ließt sich tatsächlich angenehmer, als durch den Artikel befürchtet. Nur ein etwas fader Beigeschmack bleibt, weil scheinbar einige diesen Sprach-Unsinn (wie in den Beispielen) weiter ausbauen möchten und das ist dann einfach zu viel „des Guten“ für mich.

  8. Es ist schrecklich
    Und ich mag es nicht mehr hören oder lesen.
    Das es im Deutschen ein generische Maskulinum gibt ist nicht meine Schuld.
    Aber etwas von ‚OBEN‘ diktiert zu bekommen funktioniert einfach nicht.
    Eine Sprache ist gelebt und wird sich sich entwickeln. Aber nicht so wie es sich eine kleine Gruppe wünscht.

    • richtig – von oben diktieren wird nicht funktionieren. Passiert hier auch nicht, es sei denn Du verwechselst einen Kleinverlag mit der Bundesregierung. Hier passiert genau das, was Du beschreibst: Sprache wird gelebt, entwickelt sich.

      • Hier eir Sprache gerade nicht „gelebt“, sondern von einigen Wenigen aufgrund einer bereits zweifelhaften Problemstellung am Reißbrett konstruiert. Ich kenne jedenfalls niemanden, der so spricht oder schreibt und die Verbreitung in der deutschsprachigen Literatur hatbder Autor ja schon dargestellt. Ansonsten stimmt das natürlich, die Verwendung in einer Publikation eines Kleinverlags ist sicherlich nicht „von oben“ diktiert und für den Konsumenten ohne Zwang. Zudem ist der Schnellstarter im Wesentlichen wirklich gut lesbar, da es nur sehr wenige Textteile betrifft.

        • Da muss ich dir widersprechen. Am Reißbrett konstruiert sieht so aus: „Del angreifendel Spieleron wirft serle Würfel. Sel ist erfolgreich.“ Das findet hier nicht statt. Einen Text inklusiver zu gestalten, indem man verstärkt darauf achtet, männliche und weibliche Personen anzusprechen und eben nicht nur stumpf alles in der männlichen Form runterzuschreiben weil man es so gewohnt ist – ist gelebte Sprache. In den wenigen Fällen, in denen dann doch auf ein :in oder :innen zurückgreifen muss, ist das zwar nicht schön für den Text – aber immerhin noch vertretbar und letztlich auch nur Gewöhnungssache. Das wird in allen möglichen Medien und Texten gemacht, und das nicht erst seit gestern. Übrigens auch in dem Podcast bei Nerds gegen Stephan, den wir zu Beginn der Kampagne aufgenommen haben – ich fands sehr interessant, zumal der Moderator das rigoros durchgezogen hat.

  9. Millionen Pillger:Inen in Mekka (Lol) Die Pöpstin sagt vor Gott sind alle gleich (dumm)
    Wenn 6 % Minderheiten 70 % Nerfen und sich im leben nix verbessert dadurch sondern verschlimbessert da generft!
    Haltet euch an den Duden und DENN Rad für DEUTSCHE Rechtschreibung !(*)
    Gender beauftragte geht Richtiger Arbeit nach und schon ist Geld da für gleiches Gehalt für alle !(Das wäre mal was gleiches Geld für alle und wir bestreiken Kontainerschiffe statt Autofahrer beim Co2)

    • Alter, wer hat denn den Brückentroll reingelassen? Kollege, es geht nicht um Mann oder Frau bei der sprachlichen Inklusion, es geht um all das dazwischen, also trans, nonbinär, asexuell und und und. Das sind sicher gute 10% der Menschheit. Die willste also unterm Tisch fallen lassen? Geh nach Hause, alter weißer Mann und wähl AFD

  10. „in der Regel „nur“ Frauen und Männer meint. Nichtbinäre Menschen sind damit im Grunde sogar noch weniger mitgemeint als beim generischen Maskulinum“
    Wäre dann das generische maskulinum nicht besser als den „Non-binaries“ ständig zu verdeutlichen, es gibt faktisch nur zwei Geschlechter, wenn man Männer und Frauen nennt?

    • Das ist in der Tat das große Dilemma. Vielleicht kommen wir irgendwann dahin, dass die diskriminierenden Strukturen und Denkschemata abgeschafft sind. Dann könnte man sich vorstellen, dass das generische Maskulinum wieder funktioniert. Im Moment wäre vielleicht das Gerechteste, überall Gendersternchen zu verwenden sowie neue Pronomen und Deklinationstabellen. Da stelle ich mir aber für die Leserschaft bei 300 Seiten zu anstrengend vor.
      Wenn es keine perfekte Lösung gibt, muss man eben Kompromisse machen.

  11. Der Kommentar war vielleicht nicht der Beste, aber mit Antworten wie „Geh nach Hause, alter weißer Mann und wähl AFD“ provozierst du auch nur Gegenwehr für das Thema.

    Außerdem: Sehen sich Trans-Personen selbst nicht einem Geschlecht zugehörig? Nur eben nicht dem, mit dem sie geboren wurden?

    • Der erste Teil bezieht sich anscheinend nicht auf den Artikel sondern auf eine Antwort weiter oben – das ist etwas irritierend hier.
      Zu den Trans-Personen: ja, aber es gibt neben cis und trans noch Menschen, die sich nicht in eine der beiden Schubladen Mann/Frau stecken lassen wollen, z. B. genderfluid oder intersexuell.

    • Ja aber wenn’er nu so ne Geisteshaltung hat, die zu dem Verein passt? Vom Schriftbild will ich nicht reden, gegebenenfalls ein*e Legastheniker*in, aber der Inhalt….DER INHALT!^^

      • Nichts gegen dich, Leser*in, aber ich habe die ‚Beleidigung‘ „alter weißer Mann“ wahrscheinlich einmal zuviel wahrgenommen, deshalb nervt sie mich.
        Nicht jede alte Person ist rückständig, nicht jeder Weiße gehört zur Elite und nicht jeder Mann ist dumm.
        Und jemand der nicht deiner Meinung ist muss nicht zwangsläufig ein weißer alter Mann sein.

  12. https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/zdf-politbarometer-riesige-mehrheit-gegen-gender-sprache-in-medien-77127224.bild.html

    https://www.bild.de/lgbt/2021/lgbt/gesellschaft-fuer-deutsche-sprache-gendern-ist-linguistisch-widerspruechlich-76521634.bild.html

    Gender gerechte Welt: Wenn jeder nur noch 1000 Euro bekommt egal was er macht
    Wenn Menschen dennen mit 40 ! jeder Knochen wehtut Pensionirt werden bei vollen bezügen weill er sich Alt fühlt und vertig und Pensions reif- und net als Frau oder ljbd..Mann
    und ja 6 % ist eher ein Max nicht minimum wärt !
    Klatscht noch mal für die Krankenschwästern denn mit dem 1000 Euro Boni wird es wohll nix
    Ne Sozial genderung wäre mal anzudenken zur kleichbehandlung und net ob im Kopf ein Mann oder ne Frau sitzt oder ein Seepferdchen …
    :*(@ genderImpressum -es darf sich jeder unter Er Sie ES IT Seepferdchen gern angesprochen fühlen alls was auch immer er geistig klaubt sein zu müssen/dürfen)
    Für mich bleibt DER Salzstreuer geschlechtsloss hauptsache es kommt Salz raus !

  13. woMan ist das jetzt gejendert wowo oder woit?
    Und hättest du es gelesen würdest merken das die Studie net von Bild ist (so viel zu abseits).
    Für mich bleibt DIE Pfeffermühle geschlechtsloss hauptsache es kommt Pfeffer raus !

    Schaun wir mal wie lange es braucht bis Menschen Pensionirt werden die sich Pensionsreif fühlen mit LGBQ gehts ja auch wie man sieht!

    :*(@ genderImpressum -es darf sich jeder unter Er Sie ES IT Seepferdchen/Schnecke gern angesprochen fühlen alls was auch immer er geistig klaubt sein zu müssen/dürfen)

  14. PS:
    https://www.krone.at/2492076
    Didi Hallervorden:
    „Gendern ist eine Vergewaltigung der Sprache“

    Damit es nicht nur die Bild ist *g* und ganz frisch !

    :*(@ genderImpressum -es darf sich jeder unter Er Sie ES IT Schnappeltier/Schnecke gern angesprochen fühlen alls was auch immer er geistig klaubt sein zu müssen/dürfen)

  15. Mit dem : kann ich gut leben, verwende ich inzwischen selbst häufig.
    Das Sternchen unterbricht den Lesefluss für mich schon massiv, sollte sehr sparsam eingesetzt werden.

    Varianten wie das del-on-sel System wären für mich ein No-Go und zwar aus einem einfachen Grund: Ja, ich kann die Sätze mit ein wenig zusätzlicher Denkarbeit lesen und erkennen, was gemeint ist. Das gilt aber für englische Sätze auch.

    Ich kaufe mir eine deutsche Übersetzung, eben weil ich den Text ohne diese zusätzliche Denkarbeit entspannt lesen und erfassen will.
    Wenn eine Übersetzung mir das nicht liefert, hat sie ihren Zweck verfehlt und ich kann gleich beim englischen Original bleiben.

  16. Danke für den tollen Artikel!

    Dass hier Angriffe kommen ist zu erwarten. Das war schon vor 11 Jahren so.¹ Anders als es impliziert wird, sind die Angriffe aber weniger heftig. Gendern scheint mehr und mehr akzeptiert zu werden.

    ¹: Da wurde ich noch in Foren sehr heftig angegriffen ( Artikel dazu: https://www.draketo.de/licht/rollenspiele/vorabinfo-robin-d-laws-gutes-spielleiten-auf-der-hannover-spielt ) und habe daraufhin einige Jahre konsequent im generischen Femininum geschrieben. Was übrigens erstaunlich wenig Aufregung brachte.

    In der neuen Edition von 1w6² (eigenes Rollenspiel) schreibe ich jetzt konsequent Geschlechtsneutral,³ um es für Leute leichter lesbar zu machen, die sich mit Sprache schwertun. Also kein Gender-Stern, sondern Fachkräfte und Spielende.

    ²: https://www.1w6.org/deutsch/regeln/downloads/ews-30-rae-wesnoth-wtactics (als Beispiel, auch wenn ab Seite 150 im noch nicht überarbeiteten Teil noch ein paar nicht geschlechtsneutrale Texte sind)

    ³: https://www.draketo.de/politik/geschlechtsneutrale-sprache (mit Beispiel)

    • Vielen Dank, für diesen interessanten Hinweis. Das EWS hatte ich gar nicht auf dem Schirm – werde ich mir bei Gelegenheit gerne genauer anschauen. Vom Blättern im verlinkten PDF habe ich den Eindruck, dass Du neben geschlechtsneutralen Begriffen auch viel mit abwechselnder männlicher/weiblicher Form gearbeitet hast. Stimmt der Eindruck?

      • Dein Eindruck stimmt. Ich versuche, eine repräsentative Geschlechtsverteilung zu erreichen und auch Stereotypen zu durchbrechen — allerdings nicht überall, sonst schaffe ich nur neue in die andere Richtung; auch das will ich nicht: Ich will weder, dass meine Tochter beim Lesen den Eindruck bekommt, nur Jungs könnten Kämpfer werden, noch dass mein Sohn den Eindruck bekommt, nur Frauen können Pilotin werden.

        Womit ich mir noch schwertue ist Repräsentation von Leuten, deren Geschlechtsidentität nicht in der Sprache sichtbar ist. Hen funktioniert für mich vom Klang her nicht, und Beispiele haben konkrete Leute. Homosexuelle habe ich mit reingebracht, indem in einem Beispiel ein Verdächtiger mit dem Ermittler flirtet und sein Spieler entscheiden kann, ob er darauf eingeht. Transgender wären dagegen z.B. in Beispielen auf der Ebene, auf der sie geschrieben sind, nicht von anderen zu unterscheiden.

  17. Vielen Dank für den tollen Artikel und deine / eure Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich freue mich schon sehr auf die konkrete Umsetzung in Supers!. Wenn ich es nicht schon gebacked hätte, wäre dieser Artikel ein starker Grund es noch zu tun oder das Buch zu kaufen, alleine um eure Auseinandersetzung mit dem Thema zu honorieren.

  18. „…Gendern scheint mehr und mehr akzeptiert zu werden.“
    Vielleicht werden die Leute nur höflicher ;-)
    Ich fand es in den Anfängen, als es in der Öffentlichkeit fast nur in Stellenausschreibungen zu lesen war sehr sinnvoll, später die geschriebe Variante in Fließtext noch akzeptabel. Aber seit einige Radiosender gendern und Autoren es manchmal mit den Sternchen in Sachtexten so stark übertreiben, bis man den Sinn nicht mehr versteht, bin ich dagegen.
    „Gegner → „dein Gegenüber…“ finde ich, nimmt dem Wort seine Bedeutung, ich kann auch bei einem Date ein Gegenüber haben, sollte aber nicht denken, das wäre mein Gegner.
    Jeder kann ja (privat) schreiben wie er möchte, aber die Diskussion ums Gendern wird emotional und teils sehr ideologisch geführt, ich persönlich möchte eine einheitliche und klare Sprache, die wir gemeinsam sprechen (und schreiben), wenn ich von „die Spieler“ rede, möchte ich nicht unterstellt bekommen, ich sei ignorant und zu faul mich auf die neuen Schreibweisen einzustellen. Ich finde Gendern einfach nicht sinnvoll, es betont das Geschlecht an Stellen, an denen es egal ist oder sein sollte.
    Es wird ja auch nicht konsequent durchgezogen, Mädchen sollen AstronautInnen werden, aber bloß keine Terrorist:innen und selbst Braunbären sind nicht nur teils Vegetarier*innen, manche scheinen auch nonbinär zu sein… Verrückte Welt.
    Vielleicht sollten wir Kinder allen Geschlechts mehr davon überzeugen, dass sie alles werden können was sie wollen, statt ihnen die Sprache noch zu erschweren.

    • Höflicher wird die Gesellschaft nach meinem Empfinden eher nicht. Beim Rest hast du mich verloren, da kann ich dir beim besten Willen nicht folgen.

      Das die Sprache durch Gendergerechtigkeit schwerer wird, halte ich allerdings für ein Märchchen. Das Thema ist sicherlich komplex (das ist Lösungsfindung bei neuen Ideen grundsätzlich), aber wenn man weiß worauf man beim Schreiben achten muss, kommt am Ende auch etwas Allgemeinverständliches heraus.

      • „…wenn man weiß worauf man beim Schreiben achten muss, komm Ende auch etwas Allgemeinverständliches heraus.“

        Nur wenn der Leser dein System auch kennt und versteht ;)

          • Wahrscheinlich verstehe ich dich gerade total falsch, aber allgemeinverständlich schreiben um es dann in einer Fußnote erklären müssen schließt sich für mich aus.

            • Das liegt daran, das du zwei verschiedene Themen bzw. Diskussionen miteinander vermischst. Hier ging es lediglich darum, das gendergerechte Sprache den Text nicht schwerer macht wenn die Schreibenden wissen was sie tun.

              Um erklärende Fussnoten ging es in dem anderen Thread – und dort war mein Punkt lediglich, das man keine Unterrichtsstunde in Deutsch benötigt um gendergerechte Texte zu verstehen. In einigen Fällen könnte eine Fußnote schon ausreichen, wenn überhaupt. (Du bist da dann in Richtung Kaufentscheidungen abgedriftet, wieder ein anderes Thema…^^).

              Hilft dir das? :)

              (Kommentarspalten unter Artikeln eignen sich nicht wirklich für längere Diskussionen, leider. Schade, das es kein Forum gibt. Das wäre einfacher – und die Trolle würden auch draussen bleiben.)

          • Für die im Artikel genannten Beispiele (Hen, spieleron usw.) braucht man jedenfalls eine Erklärung und sie stören den Lesefluss, da sind wir uns hoffentlich einig.
            Weil sehr unterschiedlich gegendert wird, hier Mal ein konkretes Beispiel, diesmal mit Stern:
            „Jede*r Spieler*in wählt einen Charakter
            aus, den sie*er in der Szene spielt. Die*der Spieler*in rechts des*der Spieler*in, der*die die Szene erstellt, wählt zuerst aus…“
            Hat der Autor hier keine Ahnung, was er tut oder ist für dich alles klar?

            • Da sind wir uns einig, das ist alles Hardcore. Es geht aber auch anders, auch wenn es (zumindest noch) keine perfekte Lösung gibt. Aber darum gehts ja in dem Artikel.

              Vielleicht hätte ich es anders foumulieren sollen: „Das die Sprache durch Gendergerechtigkeit zwingend schwerer werden muss, halte ich für ein Märchchen.“ ;-)

            • Schöne Beispiele. Ich werde solche Texte meiden oder ins Englische fliehen. Die nächste Debatte die wir führen wird dann sein ob erst die feminine, oder erst die maskuline Form genannt werden muss. Und auf Grund von Benachteiligungen hinterfragen wir dies dann noch mehrmals. 🙄

  19. Ich würde behaupten, wenn in einem Rollenspielbuch das 1. Mal der Begriff ‚Paladin‘ auftaucht, wird gleich erklärt was ein Paladin ist. Wenn der Begriff ‚Hen‘ das 1. Mal auftaucht, erkläre ich den doch nicht, wenn es gerade um die Klassenbeschreibung des Paladin geht, dem müsste eine Unterrichtsstunde Deutsch voran gehen.

    • Naja, eine erläuternde Fußnote würde es auch tun – und die wäre wensentlich kürzer als eine Erklärung zum Paladin. 45min Unterricht könnten zu dem Thema etwas lang werden. Zum Paladin hingegen… ;-)

      • Mag sein, aber ICH würde ein Fantasy-Rollenspielbuch (u.a.) wegen des Paladin kaufen wollen, würde es dann aber wegen eines Textes, der nur mittels Fußnote verständlich wird, dann doch nicht kaufen.

  20. Und schon dafür lehsefluss und verstandlichkeit gehört für alle Legasteniger der Gender Mist mit * : und überlengen RAUS -Haltet euch an die Norm ! der deutschen rechtschreibung .
    Und Politisirt in welcher sprache auch immer im Milchshake Zelt (negster schritt das Wahn wohl auf Fleischfrässer und Biertrinker loss geht)(oder glaubt ihr das die Linksgrünen nach dem chender wahn aufgeben ) Co2 Fleisch Religion Rauchen Alkohol Haustiere Containerschiffe ….

    :* @ genderImpressum (-es darf sich jeder unter Er Sie ES IT Schnappeltier/Schnecke/ Seepferdchen – Pensionist -gern angesprochen fühlen alls was auch immer er geistig klaubt sein zu müssen/dürfen)

  21. „Linksgrün“. Na da lag ich ja gar nicht mal so falsch mit „geh AfD wählen“. Dass dann ein Artikel von der Krone (die österreichische Bild) gepostet wird, wo Hallervorden das Verändern der Sprache als „von oben herab“ und dann direkt den Nazivergleich macht, passt voll ins Bild. Schade, dass solche Kommentare hier freigegeben werden.

  22. Wo auch immer Sie einen „Nazi“ vergleich sehn.
    Und D. Hallervorden wir auch in der FAZ und Der Welt genant (wohl kaum rechts)
    Und wenn Links Grün keine Mitte zulässt würd ich mal nachdenken ob ich nicht selbst Rechts neben der Afd stehe Herr Lesser:in (out)
    und er sagt „Vergewaltigung“
    Aber JA laut Pisa nimmt das sinerfassende lesen ab /wohl auch wegen dem ungenormten gendern .

  23. Keine Frage, ich bin definitiv „late to the party“.
    Vielen Dank für den Einblick. Sprache ist und bleibt ein spannendes Thema, vor allem, weil sie lebendig ist und gelebt wird – von jedem Mensch ein klein wenig anders.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein