Pen&Paper
Dezember 8, 2011 Geschrieben von Henning Lechner

Leiten auf Conventions, Teil 1: Das System

Leiten auf Conventions, Teil 1: Das System

Ein­füh­rung: Über diese Artikelserie

Viele Spiel­lei­ter, die mit eini­ger Erfah­rung aus ihren Tisch­run­den den Schritt wagen, auch ein­mal auf Con­ven­ti­ons ein Sze­na­rio zu lei­ten, fin­den sich dort schnell in einem wenig ver­trau­tem Umfeld wie­der. Es sieht zwar ein­fach aus, aber eine Runde für eine Con­ven­tion erfor­dert etwas mehr Arbeit und Kon­zen­tra­tion als eine hei­mi­sche Tisch­runde. Diese Arti­kel­se­rie soll die Unter­schiede zwi­schen bei­den Run­den­ty­pen beleuch­ten und Tips für Eure nächste Con-Runde geben. Die Serie steht unter CC BY-NC-ND 3.0 Lizenzschutz.

Die­ser Arti­kel ist Teil der Arti­kel­se­rie „Lei­ten auf Con­ven­ti­ons“. Abschnitt 1 beschäf­tigt sich mit den nöti­gen Vorüberlegungen.

Vor­über­le­gun­gen zum Con

Die Arti­kel in die­sem Abschnit küm­mern sich um alles, was man schon vor dem Con durch­den­ken kann. Sie wer­den im Abschnitt zwei kom­plet­tiert durch Arti­kel, die Tipps und Anre­gun­gen geben, um die hier gemach­ten Über­le­gun­gen auf dem Con anwen­den bzw. durch­set­zen zu können.


Das Sys­tem

Bevor wir uns in Detail dar­auf ein­las­sen kön­nen, wie man am bes­ten auf Cons lei­tet, müs­sen wir uns zuerst eine wich­tige Frage stel­len: Was spielt man eigent­lich am Bes­ten auf Conventions? 

Die Aus­wahl des Sze­na­rios ist mehr oder weni­ger abhän­gig von der Wahl des Spiel­sys­tems und des Hin­ter­grun­des. Des­halb steht die Wahl des Sys­tems an ers­ter Stelle bei der Beant­wor­tung der Frage, was eigent­lich gespielt wird.

Anmer­kung: Wenn Du auf das Con fährst, um das Sys­tem zu prä­sen­tie­ren, gel­ten völ­lig andere Regeln. Zur Prä­sen­ta­tion von Sys­te­men schreibe ich viel­leicht spä­ter noch einen eige­nen Arti­kel, vor­erst sei aber gesagt, daß diese Arti­kel sich an Spiel­lei­ter wen­den, die auf Cons eine Runde als reine Spiel­runde möch­ten und nicht als Systemvorstellung.

Wähle ein Sys­tem, das ein gro­ßes Publi­kum hat

Die ein­fachste Mög­lich­keit, mit Sicher­heit Spie­ler für dein Sze­na­rio zu fin­den, ist natür­lich die nahe­lie­gendste: Wähle ein Sys­tem aus, bei dem Du mit Sicher­heit davon aus­ge­hen kannst, Spie­ler auf dem Con zu fin­den. Je bekann­ter das Spiel ist, desto höher ist nicht nur die Wahr­schein­lich­keit, Spie­ler zu fin­den, son­dern desto höher ist auch die von mir lie­be­voll so getaufte “Nerd­quote” – also die Anzahl der Leute unter den Spie­lern, die die Regeln rich­tig gut ken­nen und zur Not für Fra­gen zur Ver­fü­gung stehen.

Es gibt immer aktu­elle Trends, aber mit ein paar Sys­te­men kommst Du so gut wie immer weiter.

Die Dau­er­bren­ner

Das Schwarze Auge

Nicht umsonst als das größte deut­sche Rol­len­spiel bezeich­net, und jeder zweite Con-Gänger wird zuge­ben, damit irgend­wann mal ange­fan­gen zu haben – damals. Erstaun­lich viele Spie­ler blei­ben dabei und so ist DSA tat­säch­lich auf deut­schen Cons das mit am meis­ten ver­tre­tene Rollenspielsystem.

Die DSA-Regeln sind lei­der recht kom­plex, aber hier kommt dem ange­hen­den Spiel­lei­ter die oben erwähnte “Nerd­quote” zu gute: Ich hatte bei­spiels­weise bis­lang in jeder DSA-Runde auf Cons min­des­tens einen Spie­ler, der mir im Ernst­fall mit der einen oder ande­ren Regel aus­hel­fen konnte.

Für eine Fantasy-Runde auf Con­ven­ti­ons ist DSA also, wenn man bereit ist, sich in die Regeln ein­zu­ar­bei­ten, mit die beste Wahl. Aller­dings sei eine War­nung gege­ben: DSA’ler sind peni­bel, was ihren Hin­ter­grund angeht. In sofern soll­test Du bei der Aus­ar­bei­tung des Sze­na­rios in Teil 2 dar­auf ach­ten, einen Ort zu wäh­len, wo die­ses Sze­na­rio mög­lich ist. Es ist also bei DSA wich­ti­ger, den Hin­ter­grund zu ken­nen, als die Charaktererschaffung.

Apro­pos Cha­rak­ter­er­schaf­fung: In einem spä­te­ren Teil gehe ich noch auf die Cha­rak­tere und Spie­ler ein, aber eines schon vor­weg: Lass DSA-Spieler mit ihren eige­nen Cha­rak­te­ren spie­len. Tu Dir den Gefal­len. Ers­tens dau­ert die Cha­rak­ter­er­schaf­fung ewig, und zwei­tens sind die Cha­rak­tere in der Regel recht lie­be­voll aus­ge­ar­bei­tet, was eine Berei­che­rung für die Runde sein kann. Dazu aber wie gesagt spä­ter mehr.

Shado­wrun

Der zweite Dau­er­bren­ner, frü­her (zumin­dest in Deutsch­land) aus dem glei­chen Hause wie DSA, inzwi­schen abge­wan­dert zu Pega­sus. Ein Dark-Future-Fantasy-System, was Ele­mente aus Cyber­punk, Fan­tasy und Action­film zu einer ganz eige­nen Welt ver­quirlt. Lei­der ist die Welt nicht für jeden etwas – aber den­noch ist es auf Con­ven­ti­ons das am zweit­häu­figs­ten anzu­tref­fende System.

Inner­halb des Sys­tems hat der Spiel­lei­ter viele Frei­hei­ten, die Welt ist zwar stel­len­weise recht schön aus­ge­ar­bei­tet, aber es gibt sehr viel Spiel­raum für Inter­pre­ta­tion oder freie Gestal­tung der Welt.

Shado­wrun hat den Ruf, zu Gewalt­or­gien zu nei­gen (“Den Plot Erschie­ßen”), aller­dings ist es durch­aus mög­lich, auch andere Geschich­ten in die­ser Welt ablau­fen zu lassen.

Call Of Cthulhu

Man glaubt es kaum, aber das Horror-Rollenspiel stei­gert sich seit Jah­ren lang­sam aber sicher aus sei­nem Nischen­da­sein ins Ram­pen­licht. Das Ori­gi­nal spielt im Vik­to­ria­ni­schen Eng­land, jedoch gibt es Able­ger in die moderne Zeit (Cthulhu Now) oder ins Gaslight-Zeitalter, sowie diverse mehr oder weni­ger ernst gemeinte Spin-Offs. (Info)

Ehe­ma­lige Dauerbrenner

Die­ser Abschnitt behan­delt ein paar Sys­teme, die heute nicht mehr so häu­fig auf Con­ven­ti­ons zu tref­fen sind, für die man aber durch­aus noch eine breite Basis an Spie­lern fin­den kann, gerade auf gro­ßen Con­ven­ti­ons wie bei­spiels­weise der FeenCon.

GURPS

Das Gene­ric Uni­ver­sal Role Play­ing Sys­tem von Steve Jack­son Games ist eines der gro­ßen Sys­teme der letz­ten Jahr­zehnte. Groß im wahrs­ten Sinne des Wor­tes: GURPS ist uni­ver­sell und kann bereits im Grund­sys­tem von Stein­zeit bis Sci­ence Fic­tion bei­nahe alles abbil­den – und dann gibt es noch zu fast allem ein Quel­len­buch. Dabei ist Steve Jack­son Games einen inter­es­san­ten Weg gegan­gen: Sie haben andere Hin­ter­gründe nicht mit eige­nen Quel­len­bü­chern in deren Markt­seg­ment her­aus­ge­for­dert, son­dern mit den Anbie­tern ande­rer Hin­ter­gründe zusam­men­ge­ar­bei­tet. Das wei­ter unten erwähnte “GURPS: Vam­pire” ist bei­spiels­weise in Zusam­men­ar­beit mit White Wolf ent­stan­den und erlaubt, den Original-Hintergrund von Vam­pire mit GURPS-Regeln zu bespielen.

Auf­grund der Tat­sa­che, daß es zu fast allem Quel­len­bü­cher gibt, kann man auch fast alles mit GURPS spie­len, was dem Sys­tem ein sehr gro­ßes Publi­kum ein­ge­bracht hat – und einige Spie­ler sind immer noch aktiv.

World Of Darkness

Ange­fan­gen vom bereits erwähn­ten Vam­pire: The Mas­quer­ade über Wer­e­wolf, Chan­ge­ling, Mage und wie sie nicht alle hei­ßen, ist die­ser Hin­ter­grund auf der unter ande­rem durch “Inter­view mit einem Vam­pir” aus­ge­lös­ten “Gothic/Romantik”-Welle großgeworden.

(Vor­teil der Welle war übri­gens eine erheb­li­che Stei­ge­rung der Frau­en­quote unter den Rol­len­spie­lern, denn spä­tes­tens seit der Second Edi­tion von Vam­pire sind Pen&Paper-Rollenspiel kein rei­nes “Männlich-Single-Nerd-Hobby” mehr)

World Of Dar­k­ness wird auf Cons immer noch ange­bo­ten, und auch gespielt, aller­dings von Con zu Con weni­ger. Den­noch dürfte es immer noch eine große Zahl Spie­ler geben, die min­des­tens eines der Sys­teme mal gespielt haben. Da die Cha­rak­ter­er­schaf­fung sehr sim­pel ist, las­sen sich für WOD-Runden in der Regel immer Mit­spie­ler finden.

Dein Lieb­lings­sys­tem fehlt hier?

Die­ser Arti­kel beruht auf per­sön­li­chen Erfah­run­gen auf Con­ven­ti­ons, und andere Sys­teme als die genann­ten habe ich zwar wahr­ge­nom­men, aber halt nicht in signi­fi­kan­ter Zahl, um sie tat­säch­lich als Dau­er­bren­ner zu benen­nen. Klar, ich habe auch D&D, Mid­gard, AD&D und Cyberpunk-Runden gese­hen – aber halt eher ver­ein­zelt und nicht in der Fülle. Sorry für diese per­sön­li­che Note, Du darfst natür­lich gerne einen ver­nich­ten­den Kom­men­tar dazu abgeben ;-)

Wähle Das Sys­tem nach dem Con aus, wel­ches Du besuchst

Einige Cons haben einen Focus auf bestimmte Sys­teme. Das bedeu­tet, daß die Wahr­schein­lich­keit, für genau diese Sys­teme Spie­ler zu fin­den, über­durch­schnitt­lich hoch ist, wäh­rend die für andere Sys­teme dadurch natür­lich sinkt.

Ein Bei­spiel: Das Rat­Con in Dort­mund ist das Haus-Con der Macher von DSA. Des­halb ist DSA dort noch prä­sen­ter als auf ande­ren Con­ven­ti­ons, und DSA-Runden sind auch schnel­ler besetzt als andere Systeme.

Es lohnt sich also, sich im Vor­feld über das Con zu infor­mie­ren. Viele Cons bie­ten eine Liste ein­ge­tra­ge­ner Spiel­run­den (dazu in einem spä­te­ren Teil mehr), auf der man abschät­zen kann, was wie prä­sent ist. Diese Liste ist ein guter Anhalts­punkt, kann aber auch auf­zei­gen, was schon zu oft ange­bo­ten wird.

Egal, ob eine hilf­rei­che Liste da ist oder nicht: Im Ernst­fall tut eine nette Mail an den Ver­an­stal­ter nicht weh. Ein­fach mal nach­fra­gen, was auf dem Con in der Regel gut ankommt. Die Leute füh­ren dar­über nicht Buch, aber einen gro­ben Ein­druck kön­nen Sie die meis­tens vermitteln.

Wähle ein ein­fa­ches System

Ein­fa­che Sys­teme haben den Vor­teil, daß sie eine geringe Regel­dichte auf­wei­sen. Die hohe Abs­trak­tion der Regeln for­dert wenige Detail­re­geln, erlaubt aber im Gegen­zug auch weni­ger Details.

Als Bei­spiel sei hier ein Ver­gleich zwi­schen “Vam­pire: The Mas­quer­ade” und “GURPS: Vam­pire: The Mas­quer­ade” gege­ben. Beide Sys­teme haben exakt den glei­chen Hin­ter­grund. Das Vampire-System als Storyteller-System ist sehr ein­fach gehal­ten, GURPS als Uni­ver­sal­sys­tem ist kom­ple­xer und detaillierter.

Jetzt möchte ich dar­stel­len, daß mein Cha­rak­ter seit über 100 Jah­ren aktiv Kampf­sport übt, und zwar sowohl mit Waf­fen, als auch ohne. Im Original-Vampire ist das etwas zu sim­pel … Hohes Geschick, hohe Stärke, hoher Melee-Wert, hoher Brawl-Wert, und noch ein hoher Dodge-Wert. Mehr Mög­lich­kei­ten gibt’s nicht. Ich könnte jetzt noch auf Wits+Alertness gehen, aber so lang­sam wer­den da auch schon die Punkte knapp.

Ganz anders sieht das bei GURPS aus. Hier gibt es für fast alles Regeln, und ich kann mir aus einem weit grö­ße­ren Bau­kas­ten zuam­men­su­chen, was ich habe. Bei­spiels­weise könnte ich “GURPS: Mar­tial Arts” zur Hand neh­men und mir dort kon­krete Kampf­sport­ar­ten her­aus­su­chen. Oder aber ich lerne ver­schie­dene Waf­fen­tech­ni­ken. Zu einem gro­ßen Teil defi­niert sich mein Cha­rak­ter in die­sem Fall nicht nur dadurch, was er kann, son­dern auch dadurch, was die ande­ren Cha­rak­tere nicht kön­nen. Das ist ein wich­ti­ger Punkt, den ich in Teil 6 der Serie noch genauer beleuch­ten werde: Alleinstellungsmerkmale.

Mini­sys­teme

Mini­sys­teme haben den Vor­teil, daß Sie an Dich als Spiel­lei­ter wesent­lich nied­ri­gere Anfor­de­run­gen stel­len, was die Sys­tem­kennt­nis angeht. Aber – machen wir uns da nichts vor! – die­sen Vor­teil erkaufst Du Dir natür­lich mit einer noch höhe­ren Abs­trak­tion der Regeln, als es bei Mög­lich­keit 3 (Ein­fa­che Sys­teme) der Fall war.

Gene­rell eig­nen sich Mini-Systeme meis­tens nur für One-Shot-Runden, also für Spiel­run­den, die ein­mal spie­len und keine wei­te­ren Ter­mine oder gar eine Kam­pa­gne pla­nen. Inso­fern sind 3diese Sys­teme für Cons mit­un­ter durch­aus geeig­net, denn genau sol­che One-Shots sind hier ideal, wie wir in Teil 3 sehen werden.

Zur Aus­wahl eines ein­fa­chen, Con-tauglichen Sys­tems kann auch ein Blick in die ent­spre­chen­den Notfallköfferchen-Artikel hier auf dem Blog nütz­lich sein.

Fazit

Da die Aus­wahl des Sys­tems maß­geb­lich die Aus­wahl der mög­li­chen Sze­na­rien limi­tiert, ist die erste Frage immer, wel­ches Sys­tem gelei­tet wer­den soll. Die Ant­wort hängt haupt­säch­lich davon ab, wofür man Spie­ler fin­den wird – es sei denn, man will ein neues Sys­tem vor­stel­len, aber das ist (vor­erst) nicht Teil die­ser Serie.

Im nächs­ten Teil der Serie beschäf­tige ich mich damit, wie man als wei­te­ren Schritt die Zeit für die Con­runde vor­aus plant.

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18 Kommentare

  • Da hätte ich ordent­lich Respekt vor. Gene­rell in einem Sys­tem zu meis­tern, bei dem ich selbst nicht die „Nerd­quote“ erfül­len würde und bei unbe­kann­ten Spie­lern? Kann wahr­schein­lich total super lau­fen oder ein tota­ler Flop werden.

    Gerade bei den Cthulhu-Reihen wäre es mir bei einer Con zu unper­sön­lich. Die „Aben­teuer“ leben davon, dass die Stim­mung auf­kommt. Im dunk­len, kal­ten Kel­ler mit schau­er­li­cher Musik im Hintergrund .

    Für das Her­an­füh­ren ans Rol­len­spiel würde ich dir voll zustim­men, DSA ist und bleibt „ein­fach“ und ein­stei­ger­taug­lich (und ich spiele es ja jetzt immer noch sehr sehr gerne)

    Freu mich auf den zwei­ten Teil :)

  • DSA 4.1 ist alles andere als einfach…

  • @DSA 4.1

    Nicht? Wenn ich den Mit­spie­lern bereits einen Cha­rak­ter prä­sen­tiere ist da Grund­sys­tem aus Pro­ben, Aktio­nen und Kampf­sys­te­men doch sehr ein­fach gehalten.

    Wenn ich auf einer Con Neu­linge habe, reicht das als Ein­blick. Wenn ich ne Pro­firunde zusam­men­stelle, dann haben die Leute ihre Cha­rak­tere doch eh schon selbst erstellt oder das nötige Hin­ter­grund­wis­sen — oder sehe ich das falsch?

  • Cthulhu spielt vom Regel­werk her in den 1920ern in Europa und Ame­rika. Vic­to­rian Age (ca 1870) oder Neu­zeit wird eher sel­ten gespielt. Hier in Deutsch­land ist es eigent­lich üblich, ca 1920–30 in Deutsch­land zu spie­len und von dort aus zu rei­sen. Das war auch die Zeit, in der Love­craft die meis­ten Sachen gesetzt hat.

  • Hmm, ich spiele recht aktiv DSA und ich finde es recht kom­pli­ziert, vor allem, weil es elend viele Detail­re­geln hat. Und gerade bei DSA funk­tio­nie­ren mei­ner Mei­nung nach auch vor­ge­fer­tigte Cha­rak­tere nicht, eben weil die Band­breite mög­li­cher Cha­rak­tere zu groß ist dafür. Aber zu dem Thema gibt’s einen eige­nen Teil in der Serie — Spie­ler und ihre Charaktere ;-)

    Zu Cthullu: Ich habe einige sehr schöne Cthullu-Runden auf Cons erlebt. Klar, das Ambi­ente ist ein ande­res, es wird nicht so gru­se­lig wie im Kel­ler — aber auch dazu gibt’s noch einen Teil, der sich mit Ambiente-Möglichkeiten auf Cons beschäftigt.

    Gerade auf klei­nen Cons lässt sich aber gut mal eine ver­schwo­rene Nische fin­den. Auf dem Mor­pheus in Herne bei­spiels­weise gibt es einen Raum, der die letz­ten Jahre immer mit Tüchern unter­teilt war, so daß jeder Gruppe optisch und (in Maßen) auch akus­tisch unter sich ist.

  • Also ein neues kom­ple­xes Sys­tem auf nem Con vor­zu­stel­len halte ich für ne sehr schwie­rige Sache. Dafür wird die Zeit meist nicht reichen.

    Und DSA ist wirk­lich ein sehr kom­pli­zier­tes Sys­tem. Wenn man natür­lich auf Kampf­man­nö­ver und sons­tige Spe­zi­al­dinge ver­zich­tet, ist es sicher auch für Ein­stei­ger machbar.

  • Das ist wohl wahr, aber DSA ist für die meis­ten Con-Teilnehmer nicht neu, und genau das wird hier ausgenutzt ;-)

    Um Sys­tem­vor­stel­lun­gen geht es in der Serie ja eh nicht (oder viel­leicht am Ende mal), ich gehe der­zeit davon aus, daß man ein­fach nur eine Runde lei­ten möchte — und das ent­we­der mit einem Sys­tem, das die Leute ken­nen, oder aber mit einem Sys­tem, daß so ein­fach ist, daß man es neben­bei erklä­ren kann ohne sich lange damit aufzuhalten.

  • Ich bin immer sel­te­ner auf Cons, aber wenn ich da etwas leite, dann wähle ich in der Regel inter­es­sante Mini-Systeme. Bis­her habe ich immer aus­rei­chend expe­ri­men­tier­freu­dige Spie­ler gefunden.

    Mein Lieb­lings­rol­len­spiel dafür ist zum Bei­spiel Star­craft. Die Welt kennt fast jeder, daher sind viele Spie­ler neu­gie­rig. Plo­tideen bie­ten sich einem auch aus Ali­en­fil­men, dem Com­pu­ter­spiel oder Star Ship Troopers.

  • @Matthias:
    Was isn Star­Craft für ein Sys­tem? Irgend­wo­von abgeleitet?

    @Henning:
    Ja, DSA kennt halt echt jeder ( :( ). Ich wollte es nur ergän­zen, weil Sys­tem­vor­stel­lun­gen schon auf­ka­men. Zeit wird eh noch ein inter­es­san­ter Fak­tor und ich bin gespannt, wie Du ihn in den fol­gen­den Arti­keln beleuch­ten wirst.

  • Far­big ;-)

  • Ein wei­te­res Pro­blem bei DSA: Der doch ziem­lich starre Hin­ter­grund der Welt… man muss schon recht genau defi­nie­ren, wo, wann und was man spie­len will, damit dann auch Cha­rak­tere da sind, die da rein­pas­sen.
    Es ist für beide Sei­ten blöd, wenn der Gjals­ker­län­der Tier­krie­ger plötz­lich in poli­ti­sche Pro­bleme im Horas­reich gezo­gen wird oder die Rah­ja­ge­weihte bei der Befrei­ung Maraskans dabei sein soll…

  • Hatte ich ja im Arti­kel selbst schon gesagt, daß man bei DSA gucken muß, wo man das Sze­na­rio pla­zie­ren will.
    Und zu den Cha­rak­te­ren kommt noch­mal ein eige­ner Teil ;-)

  • Als jemand, der häu­fig auf Cons und ver­gleich­ba­ren Gele­gen­hei­ten lei­tet, finde ich diese Fixie­rung auf bekannte Sachen etwas selt­sam. Sicher schafft die Bekannt­heit nen Vor­sprung, der sich im Zeit­ver­brauch nie­der­schlägt. Und das ist defi­nit einer der kri­tischs­ten Fak­to­ren.
    Aber man kann auch sehr gut auf wenig bekannte Alter­na­ti­ven set­zen. Immer­hin gibts auch genug Con-Teilnehmer, die gerne aus­pro­bie­ren und neues ken­nen­ler­nen wol­len. Der Exo­tik Fak­tor schlägt da voll rein. Es ist dann nur wich­tig, daß man sich mit dem Sys­tem, daß man sich als Anbie­ter raus­sucht, gut ver­traut sein und sich wohl­füh­len. Wenn man schnell das nötige erklä­ren kann und weiß, wel­che Regel­be­stand­teile für die­sen One-Shot in wel­cher weise wich­tig (oder unwich­tig) sind, ist alles bestens.

    Mein Nummer-eins Tipp zum Lei­ten auf Cons lau­tet: Leg dir ne Uhr mög­lichst prä­sent in dein Blick­feld. Nicht am Arm und nicht so, daß du erst noch was tun mußt um die Zeit zu sehen (z.B. Bild­schirm anschal­ten vom Handy).

  • Dein Nummer-Eins-Tip steht auch in die­ser Serie, sogar noch etwas aus­führ­li­cher … aber wie Du viel­leicht gemerkt hast, sind wir noch gar nicht auf dem Con ange­kom­men. Im Arti­kel ist jedoch schon ver­merkt, daß es noch einen eige­nen Arti­kel zum Time­keeping auf dem Con selbst geben wird.

    In den Kom­men­ta­ren habe ich zu Sys­tem­neu­vor­stel­lun­gen schon was gesagt: Die Serie rich­tet sich an Ein­stei­ger des Con­lei­tens, nicht an alte Hasen (die brau­chen die Serie eh nicht …) Für Ein­stei­ger ist es deut­lich bes­ser, mit bekann­ten Sys­te­men zu arbei­ten und so viele Unsi­cher­heits­fak­to­ren wie mög­lich auszuschalten.

    Das erste mal auf einem Con zu lei­ten ist eine enorme Zusatz­be­las­tung zum „nor­ma­len“ Lei­ten am Tisch, wes­we­gen viele Leute mit der Mei­nung „Ein­mal und nie wie­der“ kei­nen zwei­ten Ver­such wagen, nach­dem sie sich ein­mal in die Nes­seln gesetzt haben.

    Mir ist das damals glück­li­cher­weise nicht so gegan­gen, und Dir scheint das auch Keine pro­bleme gemacht zu haben — aber wie gesagt: Der Arti­kel wen­det sich an die Leute, die der­zeit aus irgend­wel­chen Grün­den noch NICHT auf Cons lei­ten. Und die­sen emp­fehle ich, sich die „zusätz­li­che Zusatz­be­las­tung“ durch Sys­tem­vor­stel­lung vor­erst nicht auch noch aufzuhalsen.

  • Ja, genau diese Zusatz­be­las­tung ist es, wegen der ich meine Emp­feh­lung zu einem Sys­tem mit dem man ver­traut ist und in dem man sich wohl fühlt.
    Ver­mut­lich wird das in der genann­ten Ziel­gruppe eh eine der genann­ten Main­stream­sa­chen sein. Aber wenn das einer liest, der sich mit kei­nem der genann­ten Sys­teme wohl fühlt, dann kann das durch­aus ein Grund sein, mit den Emp­feh­lun­gen auch zu bre­chen. Sind ja schließ­lich keine Dog­men. Auch sowas lohnt sich mMn Ein­stei­gern in sowas mal klarzumachen. ;)

    Ich will hier sicher nicht den beschrie­be­nen Ansatz madig machen. Der ist durch­aus gut und die Idee zu sowas in mei­nen Augen sehr sinnvoll.

  • Es geht haupt­säch­lich darum, den Zusatz­auf­wand zu mini­mie­ren, der ent­steht, wenn man das Sys­tem zusätz­lich zum Lei­ten auch noch erklä­ren muß. Der ist auf jeden Fall gege­ben, egal, wie gut man sein Nischen­sys­tem kennt.

    Des­halb ja der Hin­weis, daß es abseits vom Main­stream auch gut erklär­bare Mini­sys­teme gibt, bei denen ein­fach nicht viel erklärt wer­den muß.

    Das Pro­blem mit dem Erklä­ren ist näm­lich, daß teil­weise selbst die „ein­fachs­ten“ Dinge bei man­chen Leu­ten ein­fach nicht hän­gen­blei­ben. Und wenn dann jedes „Wür­fel mal Wahr­neh­mung“ aus­ar­tet in eine kleine Erklä­rung, wie — dann hilft die beste Zeit­pla­nung nichts mehr.

  • […] Lei­ten auf Con­ven­ti­ons, Teil 1: Das System  […]

  • Dies Art „Tip“ für die Aus­wahl des „rich­ti­gen Spiel­sys­tems“ ist der Grund warum ich de fakto nicht mehr auf Cons gehen(1). Wer Das­Spie­len­An­dere, Dumpfbirnen&Dorfschönheiten und Schat­ten­wat­scheln lang­wei­lig fin­den — fin­det auf die­sen Ver­an­stal­tun­gen prak­tisch keine Run­den mehr. Bei Cons die nahe dran (< 100km), nett gele­gen und mit einem Showprogram/freilaufenden Cos­sies und Lar­pies glän­zen kann man wegen den Bei­ga­ben mal hin­fah­ren (I.e die­ses Jahr Feen­con, die Feu­er­shows waren die 7€ wert). Aber Spiel­run­den — Essig!

    (1) Und ich bin da nicht der ein­zige im Bekanntenkreis.

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