LARP
Mai 3, 2012 Geschrieben von Roger Lewin

Die große Zeit des Vampire Live — 1992 bis 1999

Die große Zeit des Vampire Live — 1992 bis 1999

1990 hatte ich begon­nen, Rol­len­spiel zu betrei­ben. Wir spiel­ten DSA und Shado­wrun, hat­ten kurz in andere Sys­teme rein­ge­schnup­pert, blie­ben aber bei den bei­den genann­ten. Irgend­wann am Anfang des Jah­res 1992 kam die­ser Anruf „Hey, haste Lust auf ein neues Rol­len­spiel?“ - „Klar, was denn?“„Da spielt man Vam­pire und es spielt in der Jetzt­zeit in einer düs­te­ren Par­al­lel­welt.“ – „Vam­pire? Wie das denn? Sind wir dann die Bösen und jagen Hel­den­grup­pen?“ – Lachen am ande­ren Ende – „Nene, lass uns mal tref­fen und Cha­rak­tere machen. Bring deine Freun­din mit. Die wird das auch mögen!“.

Damit war es gesche­hen. 1992 saßen wir also zusam­men und mach­ten, blau­äu­gig wie wir waren bezüg­lich der noch jun­gen World of Dar­k­ness, Cha­rak­tere. Mein ers­ter Cha­rak­ter war ein Ven­true, ein Clan, den ich danach nie wie­der gespielt habe. So unge­wöhn­lich das Sze­na­rio und die Spiel­weise war, Hen­ning wird noch dar­über schrei­ben, so fas­zi­niert waren wir von die­sem kom­plett ande­rem Ansatz.

Kein ech­tes Grup­pen­spiel, viel Platz für eigene Bestre­bun­gen und immer wie­der der Ver­such, die ande­ren Mit­spie­ler­cha­rak­tere in die Pfanne zu hauen. Intri­gen – herrje, die ers­ten Intri­gen bestan­den aus dem Lau­ern mit Ham­mer und Pfahl hin­ter einer Tür, das war gänz­lich neu. Vor­her war man ja brav nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“ durch die Gegend getrot­tet. Das war nun vorbei.

Mat­thias Nat­ten­wei­ler, Gangrel

Nicht ein­mal ein Jahr spä­ter hatte jeder von uns sein eige­nes Vam­pire: The Mas­quer­ade Regel­werk  und so las auch jeder den Pas­sus über Live Action Role­play. Klar, ich hatte schon ein wenig Fan­tasy LARP Erfah­rung, aber auch da wurde es irgend­wann ein­mal lang­wei­lig, dau­ernd Drow, Orks, Dämo­nen, Untote oder ande­res Kropp­zeug zu ver­dre­schen. Dar­stel­le­risch war ich damals lange nicht so sicher, wie ich es heute bin. Aber auch hier hat VtM etwas bewirkt.

Wir saßen also wie­der ein­mal zusam­men – Ker­zen­licht und Rot­wein war schon lange Usus bei unse­ren Vam­pire Run­den – und hat­ten die Idee, doch die eine oder andere Szene aus­zu­spie­len, also ordent­lich, inklu­sive bewe­gen, anfas­sen und agie­ren. Sicher erschien das damals stüm­pe­risch und plump, aber wir fan­den uns sau­mä­ßig cool. Und so war die Idee gebo­ren, die mich die nächs­ten 11 Jahre lang sehr fes­selte. Wieso nicht dau­er­haft so etwas machen?

Wir began­nen mit Freun­den zu spre­chen und Cha­rak­tere zu ent­wer­fen. Ein eige­nes Live-Regelwerk gab es damals noch nicht, daher arbei­te­ten wir mit Cha­rak­ter­bö­gen aus dem Tisch­rol­len­spiel, leg­ten uns ent­spre­chende Gewan­dun­gen (oft­mals geschmä­lert durch das wenige Geld, dass man als Stu­dent ver­diente) zu und tra­fen uns in Wohn­zim­mern und Hin­ter­hö­fen. Natür­lich machte das die Runde und es wur­den mehr und mehr Mit­spie­ler. Da bis­lang alles eher halb­her­zig und neben­bei betrie­ben wor­den war, hat­ten wir die Idee, alle Spie­ler auf einen gro­ßen Event einzuladen.

Sophia Leo­nard, Tremere

Gebo­ren war der „Ball des Grau­ens“, der noch lange Jahre beste­hen sollte. Der erste Ball jedoch war… ich glaube, „schräg“ trifft es am bes­ten. Spie­ler aus ganz Nordrhein-Westfalen erschie­nen mit wil­den Cha­rak­ter­kon­zep­ten. Dar­un­ter war der Lasom­bra anti­tribu Fürst von Kre­feld mit sei­nem Rav­nos Erst­ge­bo­re­nen, ein Assa­mite der vier­ten Gene­ra­tion, der nach­her von einem Rudel Get of Fen­ris die Toi­lette her­un­ter­ge­spült wurde und noch viele mehr, so dass ich alles heute gar nicht mehr weiß.

So wild und bunt gespielt haben wir nie mehr, aber es war der Anfang. Bald stell­ten wir fest, dass es ja noch andere live bespielte Domä­nen im Ruhr­ge­biet gab, von denen Bochum für uns aus dem Vest/Recklinghausen anfangs am wich­tigs­ten war. Durch die über­re­gio­na­len Kon­takte wurde unser Spiel auch geför­dert. Die Gewan­dun­gen wur­den bes­ser, die Dar­stel­lung wurde bes­ser, alles gewann an Qualität.

Der nächste Schritt war die logi­sche Folge. Nach­dem wir Kon­takte zu den begna­det spie­len­den Hei­del­ber­gern, den total kran­ken und groß­ar­ti­gen Frank­fur­tern, den visio­nä­ren Ham­bur­gern, den abge­fah­re­nen Esse­nern, den dis­tin­gu­ier­ten Han­no­ve­ra­nern und zahl­rei­chen ande­ren Domä­nen bekom­men hat­ten, ent­stand der Anspruch, eine gemein­same Rea­li­tät zu bespie­len, sozu­sa­gen die deut­sche World of Dar­k­ness. Die Chro­nik Eins war gebo­ren. Der Ver­bund wuchs rasend schnell, Domä­nen baten um Auf­nahme, wur­den geprüft, ob das Spiel­ver­ständ­nis mit dem der Chro­nik ver­ein­bar war und even­tu­ell aufgenommen.

Bei deutsch­land­weit über 2000 Spie­lern muss­ten gewisse Kon­troll­or­gane her oder zumin­dest Gre­mien, die ent­schie­den und berie­ten. Der deut­sche Spielleiter-Rat wurde gegrün­det und Clans-Koordinatoren wur­den beru­fen. Sie hat­ten die Auf­gabe, ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis des Clans, der bespielt wurde, unter den Spie­lern zu erzeu­gen. Ein ers­tes gemein­sa­mes Regel­werk wurde ver­ab­schie­det (und danach noch oft über­ar­bei­tet). Die Clans-Koordinatoren schrie­ben die Kon­zepte ihrer Clans auf Basis der offi­zi­el­len Clans­bü­cher, gemixt mit ihren eige­nen Ideen, tra­fen sich mit den Spie­lern, berie­fen deutsch­land­weite Clan­s­tref­fen ein. Wie stil­voll doch damals die Kon­klave der Tre­mere auf Schloss Broich war… süße Erinnerungen.

Mau­rice Van­der­bourg, Toreador

Apro­pos Schlös­ser – die Tref­fen gewan­nen deut­lich an Qua­li­tät: Mas­ken­bälle auf Was­ser­schlös­sern, Ver­nis­sa­gen in male­ri­schen Loca­ti­ons, dre­ckige Raves und Par­tys in Indus­trie­hal­len. Natür­lich hat das alles Geld gekos­tet, aber die meis­ten Spie­ler waren gewillt, den Ein­tritt auf den gro­ßen Events zu bezah­len. Bei der Orga­ni­sa­tion des Bal­les auf Was­ser­schloss Her­ten spre­chen wir z.B. von einem fünf­stel­li­gen Bud­get in Deut­schen Mark, was aber auch wie­der her­ein­ge­holt wurde. Als eine der schöns­ten Erin­ne­run­gen habe ich noch das Ahnen­tref­fen in Han­no­ver, in den Her­ren­häu­ser Gär­ten, mit­ten im Win­ter in einem Her­ren­saal eines Lokals dort, bei einem hal­ben Meter weiß glit­zern­der Schnee­pracht, im Kopf . Es gibt noch so viel mehr tolle Erin­ne­run­gen, die ver­mut­lich teils im Kopf noch etwas roman­ti­siert wur­den, es sind jeden­falls zu viele, um sie alle hier niederzuschreiben.

Was konnte nun noch kom­men? Wir hat­ten einen rie­si­gen Spie­ler­stamm, es galt als Pri­vi­leg in der Chro­nik Eins zu spie­len, wir hat­ten ein Regel­werk, ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis der World of Dar­k­ness mit genug Spiel­raum für den Ein­zel­nen. Inter­na­tio­nale Kon­takte! Ich erin­nere mich an einen wei­te­ren Ball im Was­ser­schloss Her­ten, bei dem meine Co-SL zu mir hoch­ge­schos­sen kam und mich ganz panisch anblickte „Roger, du sprichst doch gutes Eng­lisch! Komm mal mit!“ Ich ging also hinab und sah im Hof zwei Limou­si­nen aus Bel­gien. Ich weiß bis heute nicht, woher die Bel­gier das erfah­ren hat­ten, aber wir hat­ten Fürs­tin Anna zu Brüs­sel, eine Torea­dor inklu­sive dem gesam­ten Gefolge auf dem Ball. Und so ging es wei­ter – Kon­takte nach Paris, nach Wien, nach Dan­zig. Es war toll!

Aber wir hat­ten zu dem Zeit­punkt eine kri­ti­sche Masse erreicht. An Streit­punk­ten am Regel­werk, aber auch zum Anschluss an die dama­lige inter­na­tio­nale Chro­nik von White Wolf teilte sich die Chro­nik Eins in zwei Teile und einige wenige Domä­nen gin­gen fortan eige­ner Wege.

The­ken­per­so­nal aus dem Club „Sunshine“

Der eine Teil machte wei­ter als die Chro­nik Eins, der andere als das Ger­man Board of Direc­tors – wir hat­ten zwar noch Kon­takte, aber teil­ten nicht mehr das gemein­same Spiel­ver­ständ­nis. Mit dem Bruch wur­den einige der visio­närs­ten Geis­ter getrennt und andere schwan­gen sich auf, um die Lücken ein­zu­neh­men. Lei­der, so muss ich beto­nen, fan­den zu dem Zeit­punkt mehr Intri­gen off­play statt als inplay.

Es dau­erte ein gutes hal­bes Jahr, bis sich die bei­den Chro­ni­ken voll­ends gefan­gen hat­ten. Neue Domä­nen kamen dazu, andere gin­gen. Den­noch hat sich die Chro­nik Eins bis ins 21. Jahr­hun­dert hal­ten kön­nen. Sie wurde zwar immer klei­ner, aber ein treuer Spie­ler­stamm hielt fest am gelieb­ten Spiel.

Einige sehr gute Domä­nen gesell­ten sich nach dem Bruch dazu, die Qua­li­tät des Spiels war jedoch nie wie­der wie zu Beginn. Es war nicht schlecht, was danach statt­fand — aber es war anders.

Ver­mut­lich ist aber nicht der Bruch dafür ver­ant­wort­lich, son­dern das sich ändernde Bild des Vam­pirs in der Pop­kul­tur. Unser Bild war maß­geb­lich von Fil­men wie Inter­view mit dem Vam­pir oder Bram Sto­kers Dra­cula geprägt, aber auch von älte­ren Pro­duk­tio­nen wie z. B. Lost Boys. Dazu kamen natür­lich die zahl­rei­chen White Wolf Publikationen.

Die spä­te­ren Jahre hat­ten eher ein actionge­trie­be­nes Vam­pir­bild. Blade und ähn­li­che Filme sind weit vorne gewe­sen in die­ser Prä­gung. Zum Glück muss­ten wir damals nicht Mach­werke wie die Twi­light–Saga ertra­gen. Ich glaube, dass ich die erste Spie­le­rin, die mir ein Bella-Konzept auf den Tisch gelegt hätte, mit Fackel und Heu­ga­bel vom Hof gejagt hätte! ;)

Ich wurde damals zur Koor­di­na­tion des Clans Tre­mere beru­fen, schrieb mit dem Feed­back der Spie­ler mein eige­nes Clans-Konzept und grub mich durch deut­sche Cha­rak­ter­kon­zepte. Meine Vision eines ein­heit­lich agie­ren­den, ver­schwo­re­nen, von Hier­ar­chie, Blut und Glau­ben durch­setz­ten Magier-Vampirordens teil­ten nicht alle Spie­ler. Als ich durch war, waren die Tre­mere von deutsch­land­weit 70 Spie­lern auf 45 runter.

Argos, Nos­fe­ratu

Was ich dann als Poten­tial hatte, war Gold wert. Gut, es gab eine Aus­nahme, ich weiß bis heute nicht, wieso ich die Spie­le­rin mit ihrer Dar­stel­lung so lang gewäh­ren ließ, aber sei’s drum. Feh­ler pas­sie­ren. Spie­ler wie der Dar­stel­ler von Hie­rony­mus Magnus zu Riet­berg oder Mard­ita zu Werninger-Rhode waren Per­len des Clans, jeweils auf ihre eigene Art.

Es sind ein­fach sehr schöne Erin­ne­run­gen, die ich gerade in mir auf­wühle. Natür­lich gab es auch genug Gewit­ter­wol­ken, die die Stim­mung trüb­ten, aber diese ver­schwin­den und verblassen.

Nach 11 Jah­ren war ich letzt­lich des Spiels über­drüs­sig. Alles ver­liert irgend­wann sei­nen Reiz. Ich habe meine Clans­auf­ga­ben über­ge­ben, wie auch meine Auf­ga­ben als Spiel­lei­ter und mich aus der Chro­nik Eins ver­ab­schie­det. Zu eini­gen weni­gen­Spie­lern habe ich heute auch noch Kon­takt. Es war eine schöne Zeit, aber ich muss es nicht noch­mal haben. Das heu­tige Bild des Vam­pi­ris­mus der Pop­kul­tur ist nicht mehr meines.

Was habe ich für mich dar­aus mit­ge­nom­men, mit eini­gen Jah­ren Dis­tanz betrachtet?

Zum einen ist zu tiefe Immer­sion auf Dauer nicht gut. Nicht wenige Spieler/–innen haben die Gren­zen zwi­schen sich und ihrer Rolle ver­lo­ren und muss­ten „zurück­ge­holt“ werden.

Ande­ren hat es gut getan. Schüch­terne Men­schen wur­den zu gro­ßen Dar­stel­lern und aner­kann­ten Spiel­lei­tern, ohne die die Chro­nik nicht das gewor­den wäre, was sie war. Andere lern­ten, in gro­ßen Teams zu agie­ren, wie­derum andere konn­ten ihren Wort­schatz und ihre All­ge­mein­bil­dung meh­ren. Natur­ta­lente der Dar­stel­lung und des Schau­spiels konn­ten sich ihre Hör­ner abstoßen.

Hör­ner absto­ßen ist auch ein gutes Stich­wort. Ich denke, nein, ich weiß, dass Rot­wein und viel Haut bei den Damen (von denen es wahr­lich viele gab im Spiel!) für mehr als eine pri­ckelnde Situa­tion gesorgt haben und ich möchte nicht zäh­len, wer bei wem im Bett lan­dete nach einer Nacht vol­ler Tanz, Wein, Poli­tik und Ero­tik. Auch das hat der oder dem einen oder ande­ren sicher gut getan….

Man­che musste auch schmerz­haft ler­nen, dass sie nicht das dar­stel­len konn­ten, was sie gern gewollt hät­ten, da die Nähe zu sich selbst als Mensch doch eine deut­lich höhere ist als im Fall des Tisch­rol­len­spiels. Sei es durch eigene Fähig­kei­ten oder durch Aus­se­hen und Cha­risma. „Pan­zer­el­fen“ aus dem Fan­tasy LARP gab es auch als „Pan­zer­torea­dor“ im Vam­pire Live. Man­ches ging eben ein­fach nicht.

Für Einige war es ein Test­ge­lände für koor­di­nie­rende Auf­ga­ben im spä­te­ren Job, für andere ein­fach nur Ent­span­nung ohne Anspruch.

Und, mit einem selbst­kri­ti­schen Grin­sen, habe ich erkannt, wie sehr ich es mag, im Ram­pen­licht zu ste­hen — aber auch Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und Teams anzu­lei­ten. Und dass ich total auf Titel stehe ;)

Und zu guter Letzt habe ich meine heu­tige Ehe­frau beim Vam­pire Live ken­nen­ge­lernt. Das ist sicher das Beste, was mir in den Jah­ren geschah.

Ach ja, die Titel:

Koor­di­na­tion Haus und Clan Tre­mere
SL Ves­ti­sche Domäne/Großfürstentum Vest

Klingt super, nicht? Bes­ser waren aber die ingame Titel mei­nes Hauptcharakters:

Richard Ana­st­a­sius, Baron Droste zu Weizenau-Vischering
Regens maior ter­tii cir­culi mys­te­rio­rum der Ver­ei­nig­ten Nord­lande
Bewah­rer des Frei­l­ehens Lüding­hau­sen
Ahns­herr des Haus und Clan Tre­mere
Ahns­herr des unge­bun­de­nen Hau­ses Goratrix

Nun reicht‘s aber – Roger over and out.

Was sind Eure Erin­ne­run­gen an Vam­pire Live? Habt ihr es je gespielt? Anbei noch einige wei­tere Erin­ne­run­gen, die ich auf mei­ner Fest­platte fand.

 

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19 Kommentare

  • Hallo,

    net­ter Artikel,

    meine Live-Zeit begann erst 1998 hier in Lübeck, als Nils-Christian Görtz aus Teu­to­burg hier stu­dierte und die Chri­nik Lübeck grün­dete. Das war, als sich das GBOD von euch abspal­tete oder schon hatte.

    Spä­ter zog er hier weg, und es über­nahm zunächst ein ande­rer, dann auch ich die Domäne Lübeck.

    Viele der von dir beob­ach­te­ten Dinge kann ich bestä­ti­gen, sowohl die posi­ti­ven wie die nega­ti­ven Erlebnisse.

    Nach meh­re­ren Tre­nun­gen der Chro­nik und immer weni­ger Spie­lern in Lübeck haben wir die Chro­nik im Früh­jahr 2005 aufgelöst.

    Gruß

    Xemi­des
    ehe­mals Ste­fan Mar­der
    ehe­mals Kon­rad Hagenstein

  • Ah, der gute NCG ;) Ich frage mich, ob es noch jeman­den gibt, der so viele Domä­nen begrün­det hat

  • Jaja, das Vam­pire Live.

    Die Chro­nik Eins hat auch bei mir für sehr viele unver­ges­sene Erfah­run­gen gesorgt, Dinge an die man sich gerne erin­nert, aber auch Bege­ben­hei­ten, die nicht so toll waren.
    Am Ende waren es dann auch die vie­len OT-Intrigen und Ego­ma­nen, die das Spiel für mich zer­stört haben.
    Oder viel­leicht war es auch ein­fach nicht mög­lich, nach Jah­ren als SL wie­der Spie­ler zu sein…

    Mis­sen möchte ich die Jahre auf kei­nen Fall, aber noch ein­mal würde ich es auch nicht machen.

    Hol­ger
    SL Assin­dia
    Grün­dungs­mit­glied des Regel­gre­mi­ums
    Mit­glied des Schlich­tungs­ra­tes der SL

    Alex­an­der Hay­den — Regent der Chan­try Assindia

    Darian Grey — Pri­mus Vitae des Clans des Mon­des zu Assindia

    Und ein paar Leute ohne Titel ;)

  • Wir hat­ten einen SL Schlich­tungs­rat? Oh mann waren wir kaputt ;)

  • Das hört sich nach einer tol­len Zeit an :) Ich habe sel­ber nie VL gespielt son­dern war immer mehr im Fantasy-Bereich. Aber auch da gab es oft­mals Zan­ke­reien, und dass sich die Betei­lig­ten nicht gegen­sei­tig an die Gur­gel gegan­gen sind, ist echt ein Wun­der. Aber sowas gibts wohl über­all, wo viele Men­schen mit ver­schie­de­nen Inter­es­sen aufeinandertreffen.

  • die inten­sivste erin­ne­rung ist bei mir das clochar in hagen. gerade das ‚fucked up‘ spiel in hagen hat mich (neben mar­kus born) doch ziem­lich geprägt … nicht zuletzt hatte auch ich dort eine begeg­nung die mein leben ver­än­derte … *hust*

    viele erin­ne­run­gen tei­len wir beide ja auch, gerade weil wir zum einen einen ähn­li­chen style spie­len zum ande­ren sind wir oft anein­an­der gerade im spiel und spä­ter war ja auch ich viele jahre sl.

    wann ich genau ange­fan­gen habe, kann ich nicht mehr nach­voll­zie­hen, aber es war um ’95/’96 wenn ich mich recht ent­sinne. aber das kann der butze genauer sagen. der schleppte mich an sei­nem zwei­ten spiel­abend mit (mit der aus­sicht auf eine lus­tige nacht und dem ver­spre­chen von wein und weib) … warum wir als bochu­mer nach hagen fuh­ren, kann ich mich gerade nicht so genau erin­nern. ich meine aber das es mit dem ande­ren geschlecht zu tun hatte … so aber fuh­ren wir lange zeit jeden don­ners­tag abend nach hagen (oder in die zeche, aber das ist ne andere geschichte) um dann nach eini­ger zeit am frei­tag $irgendwo in essen zu spie­len (oder duis­burg oder bochum) und dann am sams­tag womög­lich im vest, dort­mund, han­no­ver oder gerne auch mal müns­ter oder erkelenz .…

    ich glaube das pro­blem war ein­fach irgend­wann bei vie­len das der abstand fehlte. das vl hat zuviel raum und zeit ein­ge­nom­men. dinge aus dem spiel sind ins rl mit­ge­tra­gen wor­den. letzt­lich machte das spie­len auch nur mit den leu­ten spaß bei denen klar war, wir kön­nen nach­her bei einem bier ot drü­ber lachen und uns freuen über das spiel (des­we­gen hat es in müns­ter glaube ich auch lange so gut funk­tio­niert! es ist ein­fach mehr getrun­ken worden ^^)

    eine der hef­tigs­ten erin­ne­run­gen habe ich an einen event der eigent­lich nur von den per­so­nen mit der c1 zu tun hat … das infer­nal desire … es war und ist für mich der inbe­griff einer vam­pi­ri­schen party (ok das mit dem sex auf der tanz­flä­che war schon hef­tig aber hey irgend­wie passte es) …

    ansons­ten kann ich auch sagen, es war eine super zeit. es hat auch mir per­sön­lich in mei­ner ent­wick­lung gehol­fen, gerade im beruf­li­chen. aber das ganze soll bitte auch da blei­ben wo es ist. in der erin­ne­rung und der vergangenheit.

    meine vor­stel­lung vom spiel und von vam­pi­ris­mus im spe­zi­el­len ist eine andere als der main­stream. für mich kann es auch ein tol­ler abend gewe­sen sein, wenn mein cha­rak­ter durch die scheisse gezo­gen wurde und am ende getö­tet wird. das cha­rak­ter­spie­len und der hor­ror ste­hen im vor­der­grund und nicht das ego-pushen was das vl gerade am ende gewor­den ist.

    ich bin sehr froh um die men­schen die durch die­ses hobby noch in mei­nem leben geblie­ben sind und mit denen man noch andere gemein­sam­kei­ten gefun­den hat. ansons­ten stand ich zu der zeit schon nicht auf titel und hab über roger nur den kopf geschüt­telt ^^ mini­ma­lis­mus war meins.

    /jd

  • eine sache noch die mich fas­zi­nierte, alle cha­rak­tere aus der zeit die nur für einen oder zwei abende aus­legt waren hatte viel­leicht gerade des­we­gen eine sehr hohe halt­wert­zeit … das anarcho-brujah paar ‚sick­boy & pearl‘ nur als ein bei­spiel … also bei mir. viel­leicht gerade auch weil ich mit dem bewußt­sein ins spiel gegan­gen bin das sie jeden abend drauf gehen können.

  • Spie­len am Limit, ja, das haben viele von uns gemacht, auf die eine oder andere Art. Auf dem Desire war ich lei­der nie dabei, ich hörte nur die Erzäh­lun­gen nach­her. Auch wenn es kein C1 Event war, ließ man da wohl alle Scheu fal­len. Ver­mut­lich gerade deswegen ;)

    Danke für die ande­ren schö­nen Erin­ne­run­gen, von denen Du schreibst, Jan.

    @Ella (fast hätte ich Bella geschrie­ben…): Ich glaube, dass immer dann Leute zusam­men­pral­len, wenn starke Egos um Auf­merk­sam­keit hei­schen. Ab einer gewis­sen Anzahl von Spie­lern pas­siert das zwangs­läu­fig. Ja, VtM Live war eine tolle Zeit, aber ich nehme an, ich roman­ti­siere gerade ganz fürch­ter­lich in der Retro­spek­tive. Nichts­des­to­trotz — es war toll!

    Der Kerl oben im Bild im Man­tel mit den Fin­gern zum Drei­eck der Macht gefal­tet, vor dem sich die bei­den ande­ren demü­tig ver­beu­gen, war mein Haupt­cha­rak­ter — der Tremere-Ahn

  • Ja, nie­mand hatte mehr Spitz­na­men als Weizenau.^^

    Erschre­ckend, selbst ich hab mich auf einem Foto wiedererkannt.^^

  • *räus­per*
    mmmmmMMMMUUUUUUUUUHHHHHhhhhhhhh!

    *weg­renn­g­rins*

  • Den Scherz ver­steht hier kaum einer, Sebastian.

    Aber damit die ande­ren auch schmun­zeln dür­fen, erkläre ich Ihn. Richard, mein Tre­mere Ahn, erklärte sei­nem Kind die Ambi­va­lenz der vam­pi­ri­schen Sexua­li­tät und erwähnte dabei, dass es nicht zähle, ob Blut von einem Mann, einer Frau oder in Zei­ten der Not von einer Kuh getrun­ken wird. Die Lust und Ekstase sei annä­hernd die gleiche.

    Da wir uns natür­lich auch off­play ganz gerne übers Spiel unter­hal­ten haben, machte diese Erklä­rung die Runde und bei eini­gen wurde der eigent­lich nie son­der­lich wit­zige prä­pu­ber­täre Scherz „Lord zu Weizenau-Vischering poppt Kühe“ draus.

    Den einen hat’s amü­siert, der ande­ren hat eher dern Kopf geschüt­telt über der­ar­ti­gen Übermut.

  • Da ich erst sehr spät mit Vam­pire Live ange­fan­gen habe (nach diver­sen Domä­nen– und Chro­nik­spal­tun­gen), habe ich diese Zeit wohl nicht mit­er­lebt, aber ein gute Freund hat mal gesagt, dass die Anfangs­zeit gerade des­halb so inter­es­sant gewe­sen sei, weil ihr drei Spiel­lei­ter der Domäne so unter­schied­li­che Cha­rak­tere ward und jeder eine andere Mei­nung von Plots hatte. Das hat dann wohl immer zu inter­es­san­ten Plots geführt.

    Meine Erfah­run­gen waren dann geteilt, es hat zwar sehr viel Spaß gemacht, aber aus den Grün­den, die meine Vor­kom­men­ta­to­ren schon genannt haben, ist einem der Spaß oft ver­dor­ben wor­den, vor allem als ich einen Cha­rak­ter wegen der unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen von Clans­ko­or­di­na­to­ren und Spiel­lei­tern ver­lo­ren habe.

    Was ich auch etwas befremd­lich fand, dass es Leute gab, mit denen ich schon diverse Male gespielt habe, aber nicht ein­mal ihre rea­len Namen kannte. Das kann einem beim Pen & Paper nicht passieren ;-)

  • Tag,
    ich gehöre zwar lei­der auch zu denen die erst direkt nach der oben genann­ten Zeit mit dem VL ange­fan­gen haben, den­noch fand ich es meist eine schöne Zeit.
    Obwohl der Zicken­krieg beson­ders unter den SL manch­mal schon ner­ven kos­tete auch als Spieler.

    Roger der Schlich­tungs­rat kam erst kurz nach­dem du auf­ge­hört hast soweit ich mich erinnere.

    Ansons­ten bin ich irgend­wie froh mich auf den Bil­der nicht ent­deckt zu haben ;)

    *schon schleicht sie wie­der in die Schat­ten der Ver­sen­kung zurück*

  • Roger:
    Und zu guter Letzt habe ich meine heu­tige Ehe­frau beim Vam­pire Live ken­nen­ge­lernt. Das ist sicher das Beste, was mir in den Jah­ren geschah.

    Ich auch ;D

  • Schön geschrie­ben, Roger — und schön wars, mit Euch, mit den anderen.

    Bil­der kann ich Dir bei Bedarf jede Menge schi­cken: Von den gro­ßen Lex-Events, der Kon­klave in Süd­frank­reich, den Besu­chen in Wien… Meld Dich ein­fach auf pri­va­tem Weg, weisst ja, wie :).

    LG
    Wolfram

  • Apro­pos „Anna zu Brüs­sel“ … mir fiel es grade wie Schup­pen aus den Haa­ren … aus irgend­ei­nem Grund waren wir mal in Brüs­sel. Ich kann mich nur noch an Sascha und mich erin­nern — da waren aber bestimmt noch mehr mit. Chicci wahr­schein­lich … und das muss der Ball gewe­sen sein, auf dem ich mit Chicci den „Metall­de­tek­tor“ samt Nebel­ma­schine gebaut habe.

    Roger — erin­nerst Du Dich an die Unter­hal­tung im 205er? In bun­tem Hemd und Stroh­hut … „LIVE? Bist Du wahn­sin­nig? Obwohl … Gangrel … 7te Gen … ja warum nich?“ :)

    Hät­ten wir doch nur nie auf den Wat­te­bäusch­chen­wer­fer aus Herne gehört damals … viel Frust wäre uns erspart geblieben.

    Gute alte Zeit. Schöne Erin­ne­run­gen. Sol­stice … hach …

  • Sol­stice war groß­ar­tig! Auch die Bälle waren toll. Naja, der Wat­te­bäusch­chen­wer­fer hat viel als Mensch gelernt, was er vor­her nie hatte. Ich mag über diese Per­son und ihren schäd­li­chen Ein­fluss auf das VtM Live nicht schreiben.

    Waren tolle Zei­ten ;) Und ja, ich erin­nere mich leb­haft an die Unterhaltung.

  • .…seufts.…
    Meine Güte hatte ich damals viel Zeit!

    Jo– Spaß hats gemacht — meistens.

    Außer­dem hat es mir eine unver­gleich­li­che Bühne gebo­ten für meine Musik. Das ver­misse ich ein bisschen.

    Ich grüße alle mit denen ich gespielt habe und die ich lei­der nur ‚in time‘ ken­nen gelernt habe!

    Alias Jenni Korn (Toch­ter der Kakophonie)

  • […] Die große Zeit des Vam­pire Live — 1992 bis 1999 […]

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