Wie lesen wir heute? Wie lesen wir morgen?

Feb 16

Wie lesen wir heute? Wie lesen wir morgen?

Als ich ange­fan­gen habe mit dem Rol­len­spiel gab es Regel­werke nur in einer Form: gedruckt. (Gab es damals eigent­lich schon Regel­werke als PDF? Zumin­dest kann ich mich nicht daran erin­nern.) Das hat sich in den letz­ten Jah­ren geän­dert: Heute kann man sich in in vie­len Fäl­len aus­su­chen, ob man dem gedruck­ten Werk treu bleibt oder doch auf PDF umsteigt – vor­aus­ge­setzt, das Regel­werk exis­tiert als PDF. Ich finde die­ses Thema inter­es­sant, also habe ich mich auf die Suche im Netz gemacht und ver­sucht, ver­schie­dene Mei­nun­gen dazu ein­zu­fan­gen. Ich habe Foren gele­sen, unsere Leser befragt und auch einige Ver­lage kon­tak­tiert (herz­li­chen Dank an die­ser Stelle an Ulis­ses, den Uhr­werk Ver­lag, den 13Mann-Verlag, Domi­nik Dieß­lin und natür­lich allen, die sich so fleis­sig an unse­ren Umfra­gen betei­ligt haben). Die­ser Arti­kel soll (und kann) keine all­um­fas­sende Stu­die sein. Ich wollte her­aus­fin­den, wie die Leser und die Ver­lage die der­zei­tige Situa­tion beur­tei­len und wie sich aus ihrer Sicht der Markt ent­wi­ckeln könnte. Das Thema ist nicht neu und einige von euch haben sich damit sicher­lich schon aus­ein­an­der­ge­setzt. Den­noch möchte ich euch an mei­nen Über­le­gun­gen teil­ha­ben las­sen, viel­leicht gibt’s ja doch Dinge, die ihr so nicht ver­mu­tet hät­tet oder ihr könnt mir mit wei­ter­füh­ren­den Infor­ma­tio­nen aus­hel­fen. Ich beziehe mich in dem Arti­kel meist auf den deut­schen Markt mit ein paar Aus­flü­gen in den eng­lisch­spra­chi­gen Sek­tor, wenn es überg­rei­fend ist.

Bestands­auf­nahme

Die Ver­lage

In einem sind sich die befrag­ten Ver­lage fast alle einig: Das PDF-Format bzw. das Ange­bot als PDF, ob kos­ten­los oder kos­ten­pflich­tig, wird immer mehr an Bedeu­tung gewin­nen. Aller­dings ist diese Ange­bot in Deutsch­land offen­bar noch nicht so popu­lär, wie es zum Bei­spiel in den USA ist.

Die Vor­teile einer PDF hat der 13 Mann-Verlag in mei­nen Augen ganz gut zusammengefasst:

„Auf der Ver­lags­seite ent­fällt ein beacht­li­cher Teil des finan­zi­el­len Auf­wands und Risi­kos, dadurch dass keine Kos­ten für den Druck, Ver­sand usw. ent­fal­len. Auf Kun­den­seite kann man eben­falls mit gerin­ge­ren Anschaf­fungs­kos­ten rech­nen, hat eine ver­bes­serte Mög­lich­keit zur Repro­duk­tion und kann schließ­lich bei der Nut­zung Vor­teile wie Voll­text­su­che o. ä. genie­ßen. Das ist ein Vor­teil der gerade bei Nach­schla­ge­wer­ken, und Rol­len­spiel­re­gel­werke fun­gie­ren oft als sol­che. Das ist nicht zu unter­schät­zen. Lap­tops und Com­pu­ter sind heut­zu­tage wohl auch häu­fige Hilfs­mit­tel beim Spiel und es fällt ja auch viel leich­ter einen Lap­top oder USB-Stick mit­zu­neh­men als 10 kg Bücher. Mit Book­marks und ande­ren Funk­tio­nen lässt sich so ein PDF auch mit „digi­ta­len Lese­bänd­chen“ versehen.“

Umwelt­ver­träg­lich­keit und sofor­tige Ver­füg­bar­keit spre­chen eben­falls für das PDF-Format. Wieso also tut sich man­cher Ver­lag noch ein wenig schwer mit dem PDF-Angebot? Oft wird die Angst vor Raub­ko­pien als Nach­teil genannt, schließ­lich kann ein PDF sehr viel ein­fa­cher kopiert und ver­teilt wer­den (auch und vor allem im Inter­net), als ein gedruck­tes Regel­werk von meh­re­ren hun­dert Sei­ten. Auch Zeit­man­gel wird als Grund genannt, schließ­lich erfor­dert das Anbie­ten als PDF doch noch den ein oder ande­ren zusätz­li­chen Arbeits­schritt. Schluss­end­lich spielt laut 13-Mann auch die Men­ta­li­tät der Kun­den in Deutsch­land eine Rolle:

„Download-Inhalte wer­den gerne, häu­fig und inten­siv genutzt, solange sie kos­ten­frei zugäng­lich sind. Kos­ten­pflich­tige For­men des E-Publishings haben es schwer.“

Ist für mich nach­voll­zieh­bar, wenn­gleich ich auch sehe, dass zumin­dest in mei­nem Umkreis die Leute auch immer mehr bereit sind, Geld für ein PDF aus­zu­ge­ben. Aber wenn so viele Leute scharf auf kos­ten­lose Down­loads sind, wie ist es dann mit Regel­wer­ken, von denen ein kos­ten­lo­ser PDF-Download ange­bo­ten wird? Kauft die dann über­haupt noch jemand? Die Ant­wort war zumin­dest für mich ein wenig über­ra­schend: der Ver­kauf der gedruck­ten Ver­sion die­ser Regel­werke läuft sehr gut, was wohl daran liegt, dass viele die­sen kos­ten­lo­sen Down­load ein­fach nur als Ent­schei­dungs­hilfe nut­zen – wenn der Inhalt gefällt, wird die gedruckte Ver­sion gekauft (wei­ter unten sagt auch Domi­nik Dieß­lin noch etwas zu die­sem Punkt). Als Bei­spiele seien hier Malm­sturm oder Dun­ge­ons­lay­ers genannt.

Und wieso stellt ein Ver­lag seine Regel­werke über­haupt kos­ten­los zur Ver­fü­gung? Dazu eine Äuße­rung vom Uhr­werk Verlag:

„Der Chef­re­dak­teur will das so ;) z.B. Dun­ge­ons­lay­ers war bevor es zu Uhr­werk kam immer schon gra­tis im Netz zu fin­den und wird auch mit viel Gra­tis­ma­te­rial unter­stützt. Das woll­ten wir nicht ändern.“

Auch Domi­nik Dieß­lin (www.rollenspiel-almanach.de), der viel an Malm­sturm mit­ge­wirkt hat (wel­ches das Fate Regel­sys­tem nutzt) war so nett, mir dazu Aus­kunft zu erteilen:

„Fate ist ein ogl-Spiel (open game license), und wir sind von unse­rem Pro­dukt (Malm­sturm, Anm. der Redak­tion) über­zeugt und glau­ben, dass kei­ner sich ein PDF aus­druckt. Wer es nur für Lau haben will und digi­tal bespie­len möchte soll das tun, denn das Buch bie­tet einen ech­ten Mehr­wert — und wer will schon auf schi­ckes Papier, Gold­schnitt und ordent­lich gedruckte Illus ver­zich­ten? Außer­dem woll­ten wir nicht, dass die Katze im Sack gekauft wird. Mar­ke­ting­stra­te­gisch eben auch nicht unin­ter­es­sant. So oder so gibt uns der Erfolg recht, auch wenn wir gerne die Down­load­zah­len ver­kauft hät­ten (was uto­pisch wäre ;-) ); kein Grund­re­gel­werk abseits von DSA, Cthulhu und Shado­wrun ver­kauft sich im ers­ten Jahr 3500 mal (Down­loads eben schon).“

Einige Ver­lage haben ja aber grade in letz­ter Zeit ver­stärkt ihre Pro­dukte als PDF ver­öf­fent­licht. Pega­sus hat zum Bei­spiel einige Shadowrun-Produkte bei Dri­ve­Thru ver­öf­fent­licht und Ulis­ses ist seit Sep­tem­ber 2011 mit einem eige­nen PDF-Shop im Netz ver­tre­ten. Das Ange­bot ver­mehrt sich also zusehends.

Was ich per­sön­lich noch nicht gese­hen habe sind Regel­werke und Quel­len­bü­cher im E-Book-Format (epub). Ich nehme mal an das liegt daran, dass in sol­chen Regel­wer­ken viel mit Gra­fi­ken etc. gear­bei­tet wird, die auf einem sol­chen E-Book-Reader nicht so gut (wenn über­haupt?) dar­ge­stellt wer­den kön­nen. Sollte ich mich in mei­ner Annahme irren, könnt ihr mich gerne kor­ri­gie­ren.
*Nach­trag* In den Kom­men­ta­ren wurde ich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es Free FATE als Kindle-Version gibt. Hier gehts zum Down­load (auf tanelorn).

Spricht also alles aus Verlags-Sicht für das Publi­zie­ren als PDF? Betrach­tet man nur den Kos­ten­fak­tor, dann viel­leicht. Aber natür­lich wis­sen auch die Ver­lage, dass es viele emo­tio­nale Fak­to­ren gibt, die ein gedruck­tes Buch für den Leser so attrak­tiv machen: es geht um das klas­si­sche Lese­er­leb­nis, das Gefühl, dass man etwas in den Hän­den hält, den Duft von Papier und natür­lich auch einen gewis­sen Samm­ler­stolz (ein Regal vol­ler Regel­werke eines Sys­tems macht schon was her…). Aus dem Grund ach­ten die Ver­lage sehr dar­auf, dass sie hoch­wer­tige Print­pro­dukte auf den Markt brin­gen: Hard­co­ver, Faden­bin­dung, Lese­bänd­chen und hoch­wer­ti­ges Papier sind für viele heute eine Selbstverständlichkeit.

Zu dem Thema gab es auch auf Aktion-Abenteuer mal eine inter­es­sante Dis­kus­sion, wo unter ande­rem auch das Thema „Wer­tig­keit“ ange­spro­chen wurde. Dazu meinte einer der Diskussions-Teilnehmer:

„…Ver­lage müs­sen halt umden­ken. Sie müs­sen phy­si­ka­li­sche Bücher ein­fach attrak­ti­ver machen, so dass Leute auch gewillt sind sie zu kau­fen. Gute Bin­dung, Farb­druck, Papier­qua­li­tät und ange­mes­se­ner Preis. Die Zei­ten von s/w Druck mit hohen Prei­sen sind nun mal zuende, meine Her­ren! Mehr­farb­druck Bücher ver­kau­fen sich im RPG Bereich noch immer sehr gut gemes­sen an s/w Büchern. Die Mei­nung zu letz­te­rem ist: „kann ich sel­ber vom PDF dru­cken“. Ja, und da haben die Käu­fer Recht. Das kön­nen sie. Und dazu kön­nen sie das für alle Spie­ler ausdrucken.

Ein mehr­far­bi­ges Regel­buch, das optisch anspricht, das wird gerne gekauft — genau wie frü­her. Die wenigs­ten Leute sind gewillt es sel­ber in Farbe aus­zu­dru­cken und sich dann das schlecht selbst gebun­dene Werk in den Schrank zu stel­len (Zitat: „Wie sieht das denn dann aus?!“).…“

Bis­her habe ich nur von „ent­we­der, oder“ gespro­chen, tat­säch­lich bie­ten einige Ver­lage aber ein Bundle an, bei dem man zu der gedruck­ten Ver­sion gleich noch die PDF-Datei erhält. Ob das die Attrak­ti­vi­tät der PDF beim Leser stei­gern wird, kann ich nicht beurteilen.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Vor­teil: die Pro­duk­tion als PDF erlaubt es vie­len Ver­la­gen und auch Neu­ein­stei­gern, „Bücher“ her­aus­zu­brin­gen, die von der Auf­lage her als Print­ver­sion nicht rea­li­sier­bar wären. Damit wird der Rol­len­spiel­be­reich um sol­che Pro­dukte berei­chert, die sonst nie den Weg in die Öffent­lich­keit gefun­den hät­ten. Ein paar Bei­spiele für sol­che „PDF-only“ Pro­dukte sind zum Bei­spiel „Digi­tal Gri­moire“, „Mil­Spec­Tech“ und „Deadly Waves“ von Shado­wrun oder im Fall von Path­fin­der Zusatz­ma­te­rial, das es nicht mehr in die gedruck­ten Bücher geschafft hat oder Beschrei­bun­gen von Fes­ten, die auf Gola­rion gefei­ert werden.

Fazit zur Verlagsseite

Man ist sich bewusst, dass PDF (oder viel­mehr der Ver­trieb einer digi­ta­len Ver­sion) in Zukunft immer wich­ti­ger wird. Einige Ver­lage haben schon ein reich­hal­ti­ges Ange­bot von digi­ta­len Publi­ka­tio­nen im Netz, und es wer­den mehr. Einen wirk­li­chen Grund DAGE­GEN gibt es eigent­lich für kei­nen Ver­lag: es ist kos­ten­güns­tig und hat viele prak­ti­sche Vor­teile (unter ande­rem eine sofor­tige Ver­füg­bar­keit). Ein­zig die ein­fa­che Repro­du­zier­bar­keit und eine gewisse Behä­big­keit sei­tens der Ver­lage dürf­ten diese heute noch zögern lassen.

Die Leser

Kom­men wir nun zur ande­ren Seite, den Lesern. Dazu gleich ein­mal vor­weg meine per­sön­li­che Sicht der Dinge: Vor eini­ger Zeit bin ich durch eine glück­li­che Fügung zu einem iPad gekom­men. Seit­dem lese ich dar­auf auch öfter mal Regel­werke, Zeit­schrif­ten etc.. Das ist güns­ti­ger, und, wie ich finde, auch recht komfortabel.

Hätte ich das iPad aber nicht kos­ten­los bekom­men, dann würde ich ver­mut­lich wei­ter­hin Regel­werke, Romane und co. in gedruck­ter Form lesen, ein­fach weil ich die Tablets wie iPad, Xoom oder wie sie alle hei­ßen sau­teuer finde! Ich spre­che nicht von den E Book-Readern (die ja mitt­ler­weile recht human im Preis sind). Ein Geheim­tipp könnte das „Kindle Fire“ wer­den, ein Tablet von Ama­zon für ca. 200 Dol­lar – es ist aller­dings noch nicht ganz klar, ob es das Tablet in Deutsch­land geben wird und aus den USA impor­tie­ren lohnt sich nicht, da viele Dienste in Deutsch­land so nicht genutzt wer­den können.

Ein ganz gro­ßer Punkt ist für mich also der Preis der Tech­nik, die man braucht, um ein PDF bequem lesen und mit­neh­men zu kön­nen. Klar, ich könnte auch am PC lesen, aber das finde ich unbe­quem und bei einem Regel­werk, das meh­rere hun­dert Sei­ten Umfang hat, habe ich da ein­fach keine Lust drauf. Außer­dem kann man das Regel­werk ohne Tablet dann auch mal nicht so ohne wei­te­res mit­neh­men, um zum Bei­spiel wäh­rend einer Spiel­runde nachzuschlagen.

Da mich inter­es­siert hat, wie es andere sehen, habe ich in „unse­ren“ sozia­len Netz­wer­ken mal nach­ge­fragt. Die klare Mehr­heit von euch sagte, dass sie lie­ber ein Buch in der Hand hält, unter ande­rem auch, weil das Lesen am PC oder auf einem Tablet als ermü­dend für die Augen emp­fun­den wird. Gene­rell scheint ein PDF eher zweck­mä­ßig, quasi schon zum „Arbei­ten“ genutzt zu wer­den, also mal zum schnel­len Nach­schla­gen unter­wegs, wohin­ge­gen das Buch auch gerne als Sam­mel­ob­jekt gese­hen wird.

Wenn man ganz neu­tral nur die prak­ti­schen Fak­to­ren im Auge hat, hat so ein PDF gegen­über einem Buch meh­rere Vor­teile: es ist leich­ter zu trans­por­tie­ren (z.B. auf einem USB-Stick), die Suche inner­halb einer PDF ist kom­for­ta­bler (ich kenne viele Regel­werke, die nur ein sehr dürf­ti­ges Inhalts­ver­zeich­nis haben, und noch mehr, die über kei­nen Index ver­fü­gen.) In den meis­ten Fäl­len sind sie kos­ten­güns­ti­ger. Der große Nach­teil: man braucht bestimmte Tech­nik, um diese Vor­teile voll aus­zu­schöp­fen – und die ist (noch) teuer. Das ist aber für viele nicht der ein­zige Grund, doch lie­ber zum Buch zu grei­fen. Die emo­tio­na­len Fak­to­ren (die ich oben schon ansprach) spie­len hier wie­der eine große Rolle. In vie­len Kom­men­ta­ren, sowohl in den sozia­len Netz­wer­ken, als auch in diver­sen Foren, fie­len oft­mals Aus­sa­gen wie „man hat was in der Hand“, „es sieht ein­fach toll aus im Regal“, „Bücher rie­chen gut“, „das Art­work kommt in den gedruck­ten Büchern bes­ser“. Die Mehr­heit der Argu­mente ist also emo­tio­na­ler Natur. Auch das Wort „Gewohn­heit“ tauchte ein paar mal auf.

Sind das alles Gründe, die für ein Buch spre­chen? Prak­tisch gese­hen: nein. Persönlich-emotional gese­hen: ja. Diese emo­tio­na­len Fak­to­ren schei­nen für viele mehr zu wie­gen, als die prak­ti­schen Argu­mente gegen ein Buch, zumin­dest wer­den sie oft in Dis­kus­sio­nen ins Feld geführt. Selbst die­je­ni­gen, die ein iPad o.ä. haben und die Regel­werke also pro­blem­los als PDF bequem auf dem Sofa lesen könn­ten, grei­fen oft­mals lie­ber zum Buch.

Hier mal ein paar Aus­züge aus euren Mei­nun­gen auf Face­book und Google+:

„Bis­lang finde ich lesen am Rech­ner noch ermü­den­der als Lesen vom Papier. Viel­leicht sollte ich mal über ein Kindle lesen, viel­leicht ver­schwin­det der Unter­schied zwi­schen digi­tal und gedruckt. Dann würde ich u. U. viel­leicht sogar digi­tal vorziehen.“

„Ich mag nicht am Bild­schirm lesen, daher dru­cke ich eh fast alle PDFs aus. Und außer­dem sieht ein tol­les Buch gut im Regal aus.“

„Gedruckte Bücher sind toller…die ver­liert man nicht so schnell wenn der pc mal abschmiert, man kann sie bes­ser mit­neh­men um sie unter­wegs zu lesen, sie rie­chen nach Buch.“

„Eigent­lich hätte ich gerne bei­des … ein Buch mit down­load des pdf’s dazu wäre ideal.“

„Buch. Bin im Moment noch zu spar­sam, um mir einen Tablet-PC zu kau­fen, daher nehme ich Bücher.“

„Gedruck­tes Buch, bei Rol­len­spiel­bü­chern habe ich das Ding gern in der Hand und blät­tere im Quel­len­buch. Digi­tale Ver­sio­nen sind für kurze Nach­schla­ge­werke bzw Erwei­te­rungs­re­geln ok, aller­dings nur als kos­ten­lo­ser Download.“

„auch Buch …wobei die Gedan­ken schon abschweifen^^“

Wer die Dis­kus­sio­nen zu dem Thema gerne ein­mal in den hie­si­gen Foren nach­le­sen möchte, sollte ein­mal im Tane­lorn und bei Aktion-Abenteuer vor­bei­schauen (auch wenn die Ein­träge teil­weise schon älter sind).

Fazit zur Leserseite

Ich denke, die Ent­schei­dung zwi­schen Buch und PDF wird über­wie­gend nicht von prak­ti­schen Argu­men­ten gewon­nen. Es kommt auf die Vor­lie­ben des jewei­li­gen Men­schen an, und dar­auf, wie viel emo­tio­na­len Wert ein Buch für ihn hat.

In den Umfra­gen und bei mei­nen Nach­for­schun­gen im Netz bin ich auch immer wie­der auf Leute gesto­ßen, die sag­ten, sie wür­den gerne mehr PDF lesen, aber nicht am PC, und ein Tablet sei ihnen ein­fach zu teuer. Man kann also davon aus­ge­hen, dass die Zahl der Leser, die digi­tal lesen, mit den fal­len­den Prei­sen der Tablets zuneh­men wird. Momen­tan hat das Buch aber immer noch die Nase vorn.

Ein Blick in die Zukunft?

Span­nend für die Zukunft von Rollenspiel-Regelwerken fände ich ja inter­ak­tive Bücher – man könnte Videos ein­bauen, in denen gezeigt wird, wie eine Kampf­runde abläuft, man könnte Sta­tis­ti­ken mit inter­ak­ti­ven Schau­bil­dern dar­stel­len oder Mar­kie­run­gen auf Land­kar­ten ein­blen­den, pas­send zu dem Ort, zu dem man sich grade die Beschrei­bung durch­liest. Das wird wahr­schein­lich nie pas­sie­ren, weil der Auf­wand dafür doch sehr viel höher ist, als ein PDF zum Down­load bereit­zu­stel­len, aber cool wäre es schon.

Ein Bei­spiel für solch ein inter­ak­ti­ves Mach­werk wäre das Maga­zin „aside“ (das hat aller­dings nichts mit Rol­len­spiel zu tun), wel­ches als ers­tes Maga­zin der Welt in HTML 5 erschie­nen ist – lei­der erst­mal nur fürs iPad. Wer es sich mal anschauen möchte: asidemag.com

Wie man es noch machen kann

Ein wirk­lich gutes Bei­spiel, wenn es um das kos­ten­lose zur Ver­fü­gung stel­len von Res­sour­cen geht ist das „Path­fin­der SRD“ (= Sys­tem Refe­rence Docu­ment). Das ist eine Web­seite, auf der zeit­nah jeweils nach Release alle Regeln zu fin­den sind, die nicht welt­spe­zi­fisch sind (aber auch einen erheb­li­cher Teil der welt­spe­zi­fi­schen Dinge kann man dort fin­den). Das ist zwar weder Buch noch PDF, aber irgend­wie ja auch eine digi­tale Ver­sion und es zeigt, wie gut es funk­tio­nie­ren kann, die Regeln kos­ten­frei zur Ver­fü­gung zu stel­len – die Seite erfreut sich gro­ßer Beliebtheit.

Mein per­sön­li­ches Fazit

Ich finds span­nend, wie und wohin sich der Markt für Rol­len­spiel­bü­cher ent­wi­ckelt. Momen­tan sitze ich ein wenig zwi­schen Stüh­len, weil ich einer­seits gerne Bücher lese und in der Hand halte, ande­rer­seits PDFs wegen ihrer Vor­teile sehr schätze. Ich würde mir für die Zukunft wün­schen, dass PDF nicht das Ende der Fah­nen­stange im Rol­len­spiel­seg­ment ist son­dern viel­leicht auch mal mit For­ma­ten wie den oben ange­spro­che­nen inter­ak­ti­ven Büchern expe­ri­men­tiert wird.

Wer sich sonst noch Gedan­ken dazu macht

Da meine Recher­che sich haupt­säch­lich auf den deut­schen Markt und die deut­schen Leser bezog, möchte ich noch ein paar wei­ter­füh­rende Links nen­nen zu eng­lisch­spra­chi­gen Kol­le­gen, die sich zu dem Thema auch so ihre Gedan­ken gemacht haben:

Star­ga­zers World: Neben ein paar grund­sätz­li­chen Gedan­ken zum Thema PDF und RPG-Bücher wer­den hier ein paar nette Tools fürs iPad vor­ge­stellt, unter ande­rem ein PDF Viewer mit ein­ge­bau­ter Wür­fel­funk­tion :)

teleread.com und inkwellideas.com: Neben wirk­lich guten Infor­ma­tio­nen zur ange­spro­che­nen The­ma­tik gibt’s auch ein paar Gedan­ken zur Frage „Wie­viel sollte ein RPG PDF kosten?“

 Und nun die Frage an euch: wel­ches For­mat ist euer Favo­rit? Buch oder PDF? Wo seht ihr die Zukunft der Rollenspiel-Bücher?

 

 

6 Kommentare

  1. Andreas /

    Ich für mei­nen Teil mag gerne bei­des. Zum (ers­ten) rich­ti­gen Lesen und wäh­rend der Ses­sion finde ich das gedruckte Exem­plar ange­neh­mer, wobei ich hier bis­her noch nicht auf Erfah­run­gen mit E-Readern zurück­grei­fen kann, son­dern nur auf Lap­top und PC als Unter­stüt­zung. Hier hat das meist dazu geführt, das der Spiel­lei­ter oder die Spie­ler zu schnell mal abschweif­ten, weil jemand noch nen coo­len Link oder eine Datei hatte, oder man sich zu sehr auf das her­aus­su­chen von „Sound-Effekte“ kon­zen­triert hatte…

    Wäh­rend der Vor­be­rei­tung hin­ge­gen oder bei der Aus­ar­bei­tung eines Cha­rak­ters mag ich das PDF. Zumeist fer­tige ich Cha­rak­ter­bö­gen oder Aben­teuer, nach­dem ich ein paar Ideen und Noti­zen gemacht habe, am PC an. Hier­bei ziehe ich dann meist die PDF´s vor, da ich hier alle auf ein­mal „griff­be­reit“ habe und die rich­ti­gen Sei­ten „offen“ haben kann.
    Auch für grö­ßere Spiel­run­den finde ich das Basis­re­gel­werk als PDF gut, damit die Spie­ler, die teil­weise nur ein­fach mit­spie­len und eigent­lich nicht bereit sind ein kom­plet­tes Regel­buch zu kau­fen, auch mal selbst rein­stö­bern kön­nen.
    Bei uns hat die­ses Vor­ge­hen dazu geführt, das im Nach­gang einige die­ser Spie­ler sich dann auch die Bücher (zumin­dest das Basis­re­gel­werk) gekauft haben.

    Der Effekt im Regal den ein schö­nes Hard­co­ver­re­gel­werk in Farbe hat, ist natür­lich auch nicht zu unter­schät­zen. :)

  2. Naja, ob PDFs umwelt­ver­träg­li­cher sind, dazu hätte ich gerne vor­her die CO2 Bilanz. Auch das Trans­por­tie­ren von PDFs ist natür­lich eine Milch­mäd­chen­rech­nung weil USB-Sticks mei­nes Wis­sens kei­nen Bild­schirm haben.
    Schlechte Rol­len­spiele (kein Indes, schlechte Ver­zeich­nis) sind imho auch kein Argu­ment pro PDFs. Sol­che RPGs wer­den ein­fach nicht ANGERÜHRT!und fertig.

    ich kaufe heute ohne Vor­ur­teile PDFs, wie Andreas fürs Vor­be­rei­ten zu Hause, aber für die Spiel­runde sind sie quasi unbrauch­bar. Ich kann nicht wäh­rend des Beschrei­bens in einem PDF her­um­kli­cken, um nach einer Regel zu suchen vor allem, wenn dann alle Lap­tops auf dem Tisch haben. Das geht mit Buch schnel­ler. Is‘ halt so.
    Bin auch gerne für Stopp­uhr Expe­ri­mente bereit:
    Aus­gangs­lage: Buch auf dem Tisch, Laptop/Ipad auf dem Tisch (PDF nicht auf­ge­schla­gen).
    – Exem­plar öffnen, Seite 100 Auf­schla­gen, danach Seit 10 Auf­schla­gen.
    per Papier-> 3 Sekun­den?
    per PDF -> 10 Sekunden+

    Auch bin ich nicht bereit mehr als die Hälfte des Druck­ver­sion für ein PDF zu bezah­len, eher um 1/3.

    An Büchern geht also kein Weg vor­bei. Alle RPGs, die ich spiele, habe ich auch gedruckt. Ich spiele kein RPG regel­mä­ßig, das es nur als PDF gibt.
    Man muss also bei PDF Käu­fern tren­nen, ob es Spie­ler oder Samm­ler sind. Ich bin PDF Sammler.

    Die Zukunft sehe ich in der Tat bei Inter­ak­ti­ven Büchern mit hauch­dün­nen Lese­ge­rä­ten ohne Hin­ter­grund­be­leuch­tung (oder inter­ak­ti­ves Papier?). Da könnte man so viel machen bei der Rege­laus­füh­rung oder sogar bei der Schaf­fung von Stim­mung (beweg­li­che Bil­der etc.pp.).

    @aside maga­zine: ich bin unterwältigt.

  3. Orakel /

    Naja, die Sache mit dem epub/mobi-Formaten.

    Tech­nisch hast du recht: Grund­re­gel­werke mit gro­ßem Grafik-Aufwand machen für die „klas­si­schen“ ebook-Reader mit E-Ink der marke Kindle kei­nen Sinn.

    Aber mit der deut­schen FreeFate-Übersetzung hat zumin­dest ein Regel­werk ohne große Gra­fik den Sprung auf die ebook-Reader geschafft.

  4. Ich hab vor­hin schon­mal erfolg­los zu kom­men­tie­ren ver­sucht. Also noch­mal etwas kür­zer:
    Ein Zwi­schen­ding wäre ja zumin­dest ver­lags­sei­tig die PoD Mög­lich­keit. Wenn man bedenkt, dass man hau­fen­weise oWoD Bücher auf diese Weise bei RPGnow bekom­men kann, scheint das durch­aus ren­ta­bel — zumin­dest für alte RPGs und Werke, die kei­nen regu­lä­ren Print recht­fer­ti­gen.
    Was ich _aktuell_ noch als Nach­teil sehe: Man wird im Laden nicht auf sol­che Pro­dukte auf­merk­sam. Auch als Kunde ent­geht einem da schon­mal was. Wer aber im Rol­lo­netz unter­wegs ist, hat hier kaum ein Hin­der­nis vor sich.

    Ganz gefühlt mag ich Bücher aller­dings auch lie­ber. Ich bin näm­lich aus­ge­spro­chen druck­faul — erst recht, wenn PDFs nicht auf DIN ange­passt sind. Gerade GRWs und Sour­ce­books mit hohem Crun­ch­an­teil — also Sachen zum Nach­schla­gen, habe ich lie­ber in der Hand, will ich am Tisch wei­ter­rei­chen können.

  5. @Andreas: das mit der Ablen­kung kenne ich, hatte ich auch ein paar mal. Man lässt sich manch­mal doch zu leicht ablen­ken :)

    Dass Deine Spie­ler sich nach dem Stö­bern in den PDFs dann auch die Regel­werke gekauft haben unter­stützt meine These, dass PDFs als Kauf­ent­schei­dung die­nen kön­nen. Ich finds gut, hat man doch so die Mög­lich­keit sich vor­her aus­giebg damit zu beschäftigen.

    @Falk: Naja, ich könnte mir schon vor­stel­len, dass die CO2 Bilanz zu einem Buch schlech­ter aus­fällt als die eines PDF. Nicht nur das Buch an sich muss ja pro­du­ziert und aus­ge­lie­fert wer­den, son­dern auch das Papier, die Farbe, die Che­mi­ka­lien, die man zur Her­stel­lung benö­tigt — das alles ent­fällt ja bei einer PDF. Und ob das Auf­be­rei­ten einer PDF für den Shop im Inter­net und das Hoch­la­den der­sel­bi­gen soviel aus­macht? Oder das Run­ter­la­den der Käu­fer? Keine Ahnung. Wäre aber sicher­lich ein inter­es­san­ter Vergleich.

    Ein feh­len­der Index oder ein schlech­tes Inhalts­ver­zeich­nis sind in mei­nen Augen keine Merk­male für ein schlech­tes Sys­tem. Es gibt auch gute (das liegt natür­lich im Auge des Betrach­ters) Sys­teme, die ich gerne spiele, die aber durch das Feh­len von Index oder Inhalts­ver­zeich­nis „glän­zen“. Für Leute wie mich, die sol­che Regel­werke also durch­aus lesen ist das schon ein Grund pro PDF, weil ich dann die Suche habe :)

    Das Nach­schla­gen im Buch ist sehr wahr­schein­lich schnel­ler, ja (habe kei­nen Ver­gleichs­test gemacht), das könnte sich mit vor­an­schrei­ten­der Tech­nik ändern. Bis­her war ich noch nicht unter Zeit­druck, wenn ich im PDF blät­tern musste.

    Zum Thema aside: mir ist klar, dass die Tech­nik „HTML 5 in inter­ak­ti­ves Buch/Magazin ver­wan­deln“ noch in den Kin­der­schu­hen steckt, mir ist beim Betrach­ten jetzt auch nicht die Kinn­lade run­ter­ge­klappt, aber ich fand es inter­es­sant zu sehen, was mög­lich ist und in wel­che Rich­tung es gehen kann. Sonst kannte ich diese Inter­ak­ti­vi­tät nur von Flash. Und ein inter­ak­ti­ves Papier fänd ich klasse, das ist eine schöne Vorstellung.

    @Orakel: Vie­len Dank für den Tipp.

    @Tarin: sorry, das mit dem Kom­men­tie­ren, wir suchen noch den Feh­ler :/ Aber nett, dass Du dran­ge­blie­ben bist.

    PoD ist sicher­lich eine gute Alter­na­tive, auch alte Dinge als Print zu erhal­ten, wenn man kein Fan von PDF ist. Die Preise schei­nen ja durch­aus human zu sein. Aber wie Du schon sagst, wird man nicht auf­merk­sam dar­auf gemacht, man muss sich schon sel­ber darum küm­mern. Hast Du schon Erfah­rung mit PoD gemacht? Hast Du schon­mal was bestellt?

  6. Jep, habe ich. Meh­rere Fan­zine Aus­ga­ben, ein Hard­co­ver und ein Soft­co­ver über Lulu. Die Sachen sel­ber sind ok und fal­len bis­her nicht aus­ein­an­der. Nur sind Porto/Versand bei Lulu eben nicht zu ver­ach­ten, da muss man am bes­ten auf einen Gut­schein war­ten, der das erlässt und dann mög­lichst direkt meh­rere Sachen bestel­len. Lulu ist bei mir immer so ein unplan­ba­rer Geld­fres­ser. Aber letzt­lich ist das ziem­lich cool, jetzt habe ich Swords&Wizardry als HC im Schrank und nicht nur als PDF :)

Trackbacks/Pingbacks

  1. E-Books und der Rollenspielmarkt | Malmsturm - ein Fate-Rollenspiel - [...] Warum wir ( unter anderem) unser Regelwerk kostenlos als pdf anbieten und wie es generell um den Rollenspielmarkt hinsichtlich ...
  2. Die Zukunft der Rollenspiel-Publikationen : πάντα ῥεῖ – Alles fließt. - [...] Blog der Teilzeithelden geht es seit vorgestern um Angebot und Nachfrage von Rollenspiel-Büchern als eBook bzw. als PDF. Ein ...

Einen Kommentar schreiben